POLITIK
17/12/2015 02:43 CET | Aktualisiert 17/12/2015 02:50 CET

Front-National-Chefin Marine Le Pen sorgt mit Bildern von IS-Opfern auf Twitter für Skandal

Front-National-Chefin Le Pen sorgte mit Bildern von IS-Opfern für einen Skandal
dpa
Front-National-Chefin Le Pen sorgte mit Bildern von IS-Opfern für einen Skandal

Marine Le Pen hat für einen erneuten Skandal gesorgt. Die Chefin des rechtsradikalen Front National in Frankreich veröffentlichte auf ihrem Twitter-Kanal brutale Bilder von Opfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Die Fotos zeigen drei Männer in orangefarbener Gefangenenkleidung. Offenbar gerieten sie in die Fänge der Dschihadisten und wurden von den Terroristen ermordet. Auf einem Bild ist ein enthaupteter Leichnam mitsamt des abgetrennten, blutverschmierten Kopfes zu sehen. Ein zweites zeigt den in Brand gesetzten jordanischen Piloten Muaz al-Kasasbeh in einem Käfig. Das dritte einen Mann, der von einem Panzer überfahren wird.

Die Bilder kommentierte Le Pen mit dem Satz: "DAS ist der IS." Die FN-Chefin reagiert damit offenbar auf eine Aussage des französischen Journalisten Jean-Jacques Bourdin. Der hatte in einem Interview mit einem Islamismus-Experten Parallelen zwischen dem IS und dem Front National hergestellt. Beide Organisationen fielen durch eine "selbstbezogene Abschottung" auf, hatte der Journalist gesagt.

Le Pen wehrte sich gegen den Vorwurf, ihre Partei habe Ähnlichkeiten mit dem IS. Auf Twitter schrieb sie, es handle sich dabei um eine "inakzeptable Entgleisung".

Französische Politiker verurteilten die Bilder scharf. Premierminister Manuel Valls sprach von "abscheulichen Fotos" und bezeichnete Le Pen als "Brandstifterin". Das Posten der Fotos sei "ein politischer und moralischer Fehler, eine Respektlosigkeit gegenüber den Opfern".

Bourdin reagierte mit Unverständnis auf Le Pens Aktion. Die Chefin des FN reagiere völlig "hysterisch". Er habe niemals davon gesprochen, dass die rechtsextreme Partei genauso sei wie die Terrormiliz IS. Es sei "unangenehm", dass jemand hysterisch werde, wenn Journalisten Fragen stellten. "Wir werden weiter Fragen stellen - ob das den FN-Verantwortlichen gefällt oder nicht", sagte der Journalist.

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