POLITIK
17/12/2015 15:25 CET | Aktualisiert 17/12/2015 15:26 CET

Experte schlägt Alarm: Radikale Islamisten leben mitten unter uns

dpa
Der Prediger Sven Lau

Es sind alarmierende Worte. Der Terrorismus-Experte Rolf Tophoven sieht in dem "schnell expandierende Zirkel der Salafisten" eine klare Bedrohung für die innere Sicherheit. "Salafismus ist kein Straftatbestand, aber die Bewegung steht im Widerspruch zu den Grundpfeilern der deutschen Verfassung, zum Beispiel der Trennung von Staat und Religion", erklärte er im Interview mit "Focus Online".

Der Salafismus entwickelt sich zu einem ernstzunehmenden Problem in Deutschland, dem die Behörden wenig entgegenzusetzen wissen. Die Zahl der Salafisten in Deutschland hat sich in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt. Das ergab eine Umfrage von "Focus Online" bei den zuständigen Behörden der Länder von Ende November 2015. Mindestens 7845 Salafisten befinden sich demnach momentan hierzulande. Es wird geschätzt, dass etwa zehn Prozent sich dem IS anschließen.

Die Radikalisierung ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Laut Tophoven sind nicht nur Migranten, sondern auch deutsche Konvertiten betroffen. Bei der Radikalisierung übernehmen Führungspersönlichkeiten, wie der diese Woche festgenommene radikale Prediger Sven Lau, eine Schlüsselrolle. Seine Festnahme wertet der Experte als wichtigen Schritt.

Die Annahme, dass es Brennpunkte, wie Molenbeek nur in Belgien gibt, schätzt der Experte als gefährlich ein. Solche "Terror-Nester" gäbe es durchaus auch in Deutschland, teilte Tophoven mit. Den rapiden Anstieg an Salafismus in Deutschland werten auch die Sicherheitsbehörden deshalb als besonders besorgniserregend.

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