POLITIK
16/12/2015 12:39 CET | Aktualisiert 18/01/2016 08:38 CET

Umstrittener US-Prediger fordert Zuwanderungsstopp für Muslime in den USA

dpa

Fragwürdiger Beistand für den republikanischen US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump: Der umstrittene evangelikale US-Prediger Franklin Graham hat in einem Facebook-Post Trumps diskriminierenden Aussagen über Muslime unterstützt.

Darin schreibt Graham unter anderem, dass er schon seit langem fordere, die Zuwanderung von Muslimen in die USA solange zu stoppen, bis der "Krieg gegen den Islam" vorbei sei. "Donald Trump wurde von einigen kritisiert, weil er etwas Ähnliches gesagt hat", schreibt der US-Prediger weiter. Politiker hätten offenbar völlig den Bezug zur Realität verloren, kritisiert Graham.

Das ist beängstigend

Denn für ihn scheint klar zu sein: Die Islamisierung der USA ist bereits in vollem Gange. Der US-Prediger zitiert aus einer Studie des US-Thinktanks "Center for Security Policy" und behauptet: "51 Prozent der Muslime, die in den USA leben, glauben, dass Muslime in den USA selbst entscheiden dürften, ob sie lieber durch das Gesetz der Scharia anstatt von der US-Verfassung regiert werden", schreibt Graham.

Ein Viertel der Muslime in den USA würde zudem Gewalt gegen das Land als legitimen Teil des weltweiten Dschihads ansehen, behauptet Graham. "Das ist beängstigend", resümiert er. Er bete dafür, dass Gott den Politikern die Augen öffne, lässt er seine Facebook-Fans wissen.

Graham ist bekannt für seine Islam-kritischen Äußerungen. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hatte er den Islam als „böse und teuflisch“ bezeichnet. 2010 setzte er das Gerücht in die Welt, dass in islamischen Ländern der Bau von Synagogen und Kirchen verboten sei.

Trump, du begreifst es nicht

Donald Trump, auf den sich Graham in seinem Facebook-Post bezieht, hatte zuletzt mit seiner Forderung nach einem vorläufigen Einreisestopp für Muslime in die USA eine Welle der Empörung ausgelöst. Selbst Trumps republikanische Mitbewerber lehnten sein Statement zum Teil harsch ab. Von keinem Kandidaten gab es Zustimmung.

Jeb Bush nannte Trump "komplett verwirrt". Carly Fiorina sprach von einer "gefährlichen Überreaktion". Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton meinte auf Twitter: "Skandalös, verwerflich, spalterisch. Trump, Du begreifst es nicht."

Hier könnt ihr Franklin Grahams Facebook-Post in voller Länge lesen:

For some time I have been saying that Muslim immigration into the United States should be stopped until we can properly...

Posted by Franklin Graham on Mittwoch, 9. Dezember 2015

Auch auf HuffPost:

So krass verhöhnt Donald Trump Angela Merkel

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite