POLITIK
16/12/2015 03:30 CET

Debatte der US-Republikaner: Trump will das Internet einfach abschalten

dpa

Mehr Inszenierung geht nicht. Es war die erste Debatte der republikanischen Präsidentschaftsbewerber nach den Anschlägen von San Bernardino und Paris - und die letzte der "Grand Old Party“ vor dem Weihnachtsschinken.

Der Druck auf die Kandidaten war gewaltig. Über Wochen hatte Veranstalter "CNN" Werbung für die Debatte gemacht. Reißerisch schnell geschnittene Kandidatenköpfe, kriegerische Musik. Wie vor einem Boxkampf in einer Manegen.

Wer wäre der beste "Commander in Chief“? Wer der härteste Kämpfer, der entschiedenste Anführer, der stärkste Präsident? Wer hat die beste Antwort auf den Terror?

Präsidentschaftskandidat und Milliardär Donald Trump hatte darauf wohl die ungewöhnlichste Antwort. Er schlug vor, Teile des Internets einfach abzuschalten.

Wie das gehen soll? Hier seine Erklärung im Wortlaut:

"Wir sollten unsere besten Menschen darauf ansetzen. Unser brillantestes Hirn muss einen Weg finden, damit ISIS das Internet nicht mehr nutzen kann. In einem zweiten Schritt müssen wir das Internet durchforsten und herausfinden, wo sich ISIS genau aufhält und alles über sie herausfinden. Das können wir, wenn wir unsere besten Leute darauf ansetzen.“

Auf die Frage das Moderators Wolf Blitzer, ob Trump also tatsächlich Teile des Internets dichtmachen wolle, antwortete er:

"Ich wäre durchaus bereit, Teile des Internets zu schließen, wo wir Krieg mit jemandem führen. Und ich will sicher nicht, dass jemand mit Hilfe des Internet uns und unsere Nation tötet.“

Der Vorschlag ist typisch für den brüllenden Milliardär: Polemisch, freiheitsraubend und kaum umzusetzen. Gleich zu Beginn seiner Kampagne kündigte er an, eine Mauer zu Mexiko zu bauen. Und vor einer Woche machte er klar, dass er Muslimen aus Angst vor Terror die Einreise in die USA verbieten will.

Und nun das Internet. Es ist völlig unklar, wie man überhaupt einen Teil des Internets schließen kann, wo dieser Teil sein soll – ja, was überhaupt ein Teil des Internets ist.

Keien leichte Aufgabe also. Seine Fans wird es wohl trotzdem nicht davon abbringen, Trump weiter zu unterstützen.

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