POLITIK
16/12/2015 07:20 CET | Aktualisiert 18/01/2016 08:39 CET

"Gescheiterte Existenzen": Hans-Olaf Henkel kritisiert die AfD

dpa

Während sich die AfD-Spitze mit rassistischen Ausfällen ihres thüringischen Landeschefs herumschlägt und in Bettelbriefen um Finanzspritzen wirbt, rechnet jetzt ein Ex-AfD-Spitzenpolitiker radikal mit seiner ehemaligen Partei ab.

„Diese Partei können Sie vergessen“, sagte der Europaabgeordnete und frühere Vize-Vorsitzende der AfD, Hans-Olaf Henkel, der "Zeit". Und weiter: "Die AfD hat einen extrem hohen Anteil von gescheiterten Existenzen. Von Menschen, die sagen, hier kann man Geld verdienen, eine gesicherte Existenz, eine Rente bekommen. Wenn ich da fünf Jahre im Landtag bin, dann hab ich was", sagte Henkel.

Dies führt laut Henkel zu brutalen innerparteilichen Kämpfen in seiner Ex-Partei. „Das heißt, Sie müssen sich mit allen widerlichen Mitteln innerhalb der Partei durchsetzen.“ Kürzlich hatte Henkel im WDR gesagt, dass die AfD zu einer "NPD light" geworden sei.

Henkel räumte ein, die Bedrohung von rechts unterschätzt zu haben: „Im rechten Spektrum steckt eine solche unglaubliche Energie, das ist wirklich gewaltig. Hass, Wut, das Vokabular, diese Bereitschaft, Verschwörungstheorien zu verbreiten, zu bedrohen, das war ungeheuerlich. Ich habe gelernt: Die Bedrohung von rechts darf man nicht unterschätzen.“

Henkel, der im Juli zusammen mit Ex-AfD-Chef Bernd Lucke zur neu gegründeten Partei Alfa übergetreten war, sagte der "Zeit" zudem, dass er sich "verpflichtet" fühle zu verhindern, dass die AfD Fuß fasst. „Das ist für mich auch eine Art, ich will mal sagen: Korrektur dessen, was ich mitgeholfen habe anzurichten.“

Henkel engagiert sich derzeit im Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg, um die AfD zu schwächen. „Wenn Alfa da zwei Prozent kriegt, geht das wahrscheinlich zu Lasten der AfD. Ob das verhindert, dass sie reinkommt, weiß ich nicht. Aber wir sind dazu verpflichtet, diese Sache weiterzuführen. Ich werde Alfa mit aller Macht unterstützen, auch finanziell", sagte Henkel.

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