POLITIK
15/12/2015 18:16 CET

Leipziger wollen keine Wohnung an AfD-Chefin Petry vermieten

Leipziger wollen keine Wohnung an AfD-Chefin Petry vermieten
dpa
Leipziger wollen keine Wohnung an AfD-Chefin Petry vermieten

Man kann es kurz machen: Keiner will die Afd haben. Die Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat schon lange Probleme, Räume für ihre Veranstaltungen zu finden. Und jetzt ist auch die Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei, Frauke Petry, persönlich betroffen.

Petry bekommt in Leipzig keine Wohnung, wie die Zeitung „Die Welt“ berichtet. Petry sagte dem Blatt, dass sie seit einiger Zeit eine Wohnung dort suche, aber immer dann, wenn die Vermieter begriffen, wer sie sei, Zusagen zurückzögen oder bereits geschriebene Mietverträge in den Papierkorb werfen würden.

Bis hierhin ist die Sache unbedenklich: Petry ist selbst schuld. Jeder Privatmann kann selbst entscheiden, an wen er vermietet. Und solange es keinen schriftlichen Vertrag oder eine andere rechtlich bindende Zusage gibt, muss Petry damit leben, dass sie sich mit ihrer Politik keine Freunde macht. Dass es Menschen gibt, die nichts mit einer Vertreterin so einer Partei zu tun haben wollen.

Schwieriger ist es mit den Absagen zu Parteiveranstaltungen. Zuletzt hatte die AfD Mühe gehabt, einen Tagungsort für ihren Parteitag zu finden. Denn auch da hatten sich private Betreiber von Kongresshallen offenbar geweigert, die Partei aufzunehmen. Oft aber betreiben Kommunen solche Hallen – und die dürfen die AfD nicht aus politischen Gründen ablehen, wenn sie anderen Parteien die Türen öffnen. So musste schließlich Hannover die AfD in ihre Halle lassen. Andere Kommunen hatten angeblich unter Vorwänden abgesagt.

Kritisch wird es aber, wenn man sich die Hintergründe der Absagen ansieht. Denn offenbar steckt dahinter nicht immer rechtlich und demokratisch Legitimes. Die „Zeit“ hatte schon vor einiger Zeit darüber berichtet, dass etwa Hotel-Eigentümer von linken Antifa-Anhängern unter Druck gesetzt würden. Und laut „Welt“ scheiterten AfD-Bürgerdialoge in Jena, Gotha und Gera, weil die Hotelbesitzer Angst vor Gewalt hätten. Die dem Bericht nach begründete Angst vor Farbbeutelattacken etwa.

Sollten die Vorwürfe gegen die extremen Linken stimmen, hätten sie der Sache einen Bärendienst erwiesen. Denn wenn die AfD nicht nur mit demokratischem Protest belegt, sondern illegitim bedroht wird, kann sie sich zum Opfer stilisieren.

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