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15/12/2015 06:10 CET | Aktualisiert 15/12/2015 07:25 CET

Weihnachtsbaum mieten statt kaufen - die großartige Idee eines deutschen Startups

Für die allermeisten Deutschen ist ein Weihnachtsfest ohne Christbaum undenkbar. Bunt geschmückt stehen Millionen Tannen und Fichten im Dezember in den Wohnzimmern im ganzen Land. Nach wenigen Wochen aber landen all diese Nadelbäume einfach auf dem Müll. das ist nicht nur unglaublich umweltschädlich, sondern auch eine Verschwendung, die ihresgleichen sucht.

Ein kleines Startup-Unternehmen in Düsseldorf hat nun eine Idee entwickelt, wie wir die Millionen weggeworfenen Bäume verhindern können. Die Idee ist so simpel wie genial: Mieten statt kaufen. Die Drei-Mann-Firma "Happy Tree" hat daraus ein erfolgreiches Geschäftskonzept entwickelt.

2014 verlieh das Unternehmen 400 lebendige Bäume in Köln und Düsseldorf. In diesem Jahr sollen es 3000 sein. In zwölf Städten bietet Happy Tree seine Bäume inzwischen an, darunter Hamburg, Bremen und Hannover.

Nach Weihnachten kommen die Bäume zurück in die Erde

Verliehen werden ausschließlich Nordmanntannen. Sie stammen aus einer Baumschule in den Niederlanden. Dort werden sie direkt im Topf gezogen und darin auch verliehen. Nach Weihnachten kommen die Bäume zurück in die Erde.

Den Bäumen schadet der Ausflug in die Wohnzimmer in der Regel nicht. Dreiviertel der Bäume hätten ihn im vergangenen Jahr gut überstanden, sagte Happy-Tree-Gründer Sebastian Schönfeld der dpa. "Natürlich gibt es noch Dinge, die man verbessern kann," räumte er ein.

Das Unternehmen plane beispielsweise, die Anpflanzmethoden zu verbessern, so dass künftig 90 bis 95 Prozent der Bäume wieder anwachsen können, sagte Schönfeld. Ein Ziel sei aber jetzt schon erreicht: "Wir wollen in erster Linie zeigen, dass Konsum auch anders funktionieren kann. Ich sehe das durchaus auch als Denkanstoß, sich auch in anderen Bereichen mal Gedanken zu machen."

Lebendiger Baum wirklich nachhaltiger?

Vorbild für die Idee sind Länder wie USA, USA, Großbritannien und der Schweiz. Dort kann kann man Weihnachtsbäume im Topf schon seit Jahren mieten. In Deutschland macht dieses Konzept nach Angaben des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger unter den etwa 23 Millionen Christbäumen bisher nur einen verschwindend geringen Anteil aus.

Verbandssprecher Hans-Georg Dressler hat Zweifel, dass ein lebendiger Baum wirklich nachhaltiger ist. "Man kann den im Topf schnell zugrunde richten," sagte er der dpa. Zu viel Wärme und zu wenig Wasser bekommen ihm gar nicht.

Das Fatale daran: "Man sieht nicht, wenn der Baum vertrocknet. Die Nadeln bleiben grün und verwelken nicht", sagt Rudolf Fenner von der Umweltorganisation "Robin Wood". Auch der plötzliche Temperaturwechsel kann den Tannen zu schaffen machen. Wenn es kalt wird, gehen sie in Winterruhe. Doch im warmen Wohnzimmer wird der Winter sozusagen unterbrochen, und die Knospen bereiten sich darauf vor, zu treiben. Zurück in der Kälte können sie dann erfrieren.

Dennoch: Bei der richtigen Pflege ist ein gemieteter Weihnachtsbaum weitaus nachhaltiger und umweltfreundlicher als ein gekaufter. Die Idee von Happy Tree ist es wert, sich in ganz Deutschland zu verbreiten.

mit Material von dpa

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