LIFESTYLE
15/12/2015 11:27 CET | Aktualisiert 15/12/2015 11:42 CET

"Es ist die stressigste Zeit": So geht es Sexarbeiterinnen zur Weihnachtszeit

Victoria Yee via Getty Images
"Es ist die stressigste Zeit": So geht es Sexarbeiterinnen zur Weihnachtszeit

Weihnachten ist eine besondere Zeit. Denn ob man nun feiert oder nicht, ein Entkommen gibt es nicht. Auch auf der Arbeit nicht. Da merkt man spätestens beim Glühwein auf der Firmenfeier, was die Stunde geschlagen hat: Grenzen verschieben sich mit Hilfe von Alkohol und dem Übermut des 13. Gehalts. Man traut sich Dinge, für die man am nächsten Tag begraben sein möchte. Alle Jahre wieder. So geht Tradition.

Aber wie erleben eigentlich Menschen die Weihnachtszeit, die in einer ganz besonderen Branche arbeiten. Einer Branche, die per se davon lebt, dass zwischenmenschliche Grenzen fallen: Der Sex-Branche.

Lady Lucifer ist Domina in einer englischen Großstadt. Und ihre Erfahrungen mit der Weihnachtszeit wiederholen sich jedes Jahr: "Der Dezember ist immer mein stressigster Monat. Ich glaube, das liegt an dem Weihnachts-Bonus, den viele Leute bekommen. Im letzten Jahr kam einer meiner Stammkunden für eine längere Session am zweiten Weihnachtstag vorbei. Wir haben auch lange gesprochen und er sagte, dass er halt Single sei und daher oft zu Dominas oder Prostituierten ginge, um nicht alleine zu sein."

Aber laut Lady Lucifer sind es nicht spezielle Kunden, die an den Weihnachtstagen zu ihr kommen: "An Neujahr hatte ich zwei Kunden. Der eine war strenger Katholik und wollte einfach richtig geschlagen werden und der andere war ein junger Mann, der schlicht jemanden suchte, der sich eine Stunde auf sein Gesicht setzt."

Waitingirl13, eine Sexarbeiterin und Bloggerin, hat allerdings auch schon einen Rückgang bei Kunden ausgemacht, die spontanen Sex wollen: "Auf Weihnachtsfeiern geht halt auch umsonst oft was...so ein Mist! Wenn du auf der Feier endlich mit der Kollegin aus dem Personal abstürzt, wirst du danach eher kein Geld mehr für Sex ausgeben."

Aber die Leute, die zu Prostituierten gehen? Stimmt das Vorurteil, dass die einfach einsam seien und eher nach Gesellschaft suchten über Weihnachten?

"Ich glaube, es sind hauptsächlich die Sonderzahlungen zu Weihnachten", meint Waitingirl13. "Dann geht halt ein geiler Mann mit extra Geld in der Tasche auf die Suche nach einem Blow-Job. Es ist sowieso ein Vorurteil, dass nur Männer für Sex bezahlen, die sonst keinen bekommen. Denn wer Geld hat, hat in der Regel auch irgendwelche Fähigkeiten und kann auch immer irgendwie Leute kennenlernen."

Aber sind Freier und Kunden zu Weihnachten wenigstens spendabler? Lady Lucifer winkt ab: "Eine Flasche Wein kriegt man höchstens". Und auch Waitingirl13 kann nicht von Trinkgeld berichten: "Ich bekomme immer Pralinen. Aber ich bin sicher, teurere Prostituierte bekommen auch teurere Geschenke!"

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