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15/12/2015 05:58 CET | Aktualisiert 15/12/2015 06:02 CET

Auf einer Stufe mit dem Terrorismus: Expertin warnt vor dieser Gefahr

Diese eine Gefahr ist noch schlimmer als Terrorismus, warnen Experten
zabelin via Getty Images
Diese eine Gefahr ist noch schlimmer als Terrorismus, warnen Experten

Dame Sally Davies hat einen der wichtigsten politischen Jobs in Großbritannien. Sie ist die Oberste Beraterin der britischen Regierung in allen Fragen zur Gesundheit. Die 66-jährige Ärztin tritt auch oft in Talkshows auf und hat durch ihre wiederholten Äußerungen zu Fragen der Gesundheitsreform auch große Präsenz in den Medien.

Auch daher werden ihre jüngsten Äußerungen gerade so kontrovers diskutiert. Denn Davies hat nichts anderes gefordert, als eine weitere Warnung zum staatlichen Katastrophenplan hinzuzufügen. Teil dieses Katastrophenplans sind unter anderem auch Terrorattacken. Und Davies möchte nun das Fettsucht/Adipositas auch Aufnahme in diesen Plan findet.

Laut Davies sei Fettsucht mittlerweile ein so großes Problem, dass es kurz davor stehe, den Staatlichen Gesundheitsdienst (NHS) "zu erdrücken".

Davies Warnung findet sich in ihrem Jahresgutachten wieder. Dort beschreibt Davies auch die gravierenden medizinischen Probleme der Fettsucht. Mehr als 70 Prozent der Über-45-Jährigen sei mittlerweile übergewichtig, damit erhöhe sich auch die Gefahr, an Diabetes Typ 2 sowie an Herz- und Leberkrankheiten zu erkranken.

In dem Gutachten heißt es weiter: "Ich mache mich dafür stark, dass Fettsucht/Adipositas als 'Nationales Risiko' anerkannt wird."

Insbesondere Frauen sollten laut Davies besonders auf dieses Problem aufmerksam gemachte, denn übergewichtige Frauen würden ihre Kinder und Enkel gefährden. Davies betont, dass sich Übergewicht bei Frauen negativ auf die Fruchtbarkeit, die Schwangerschaft und Wechseljahre auswirke. Außerdem erhöhe es die Gefahr von zu frühen Geburten und Fehlgeburten.

Kinder übergewichtiger Mütter seien oft dicker und wären so in der Risikogruppe für Herzkrankheiten und Diabetes. Mehr als die Hälfte aller Frauen im gebärfähigen Alter seien mittlerweile übergewichtig.

Davies stellte in dem Gutachten weiter fest: "Das ist eine schwierige Botschaft, denn ich möchte Frauen nicht mit Schuld beladen. Aber ich glaube auch, dass es Frauen bestärken kann und sie dazu bringen kann, einen gesünderen Lebensstil zu wählen. Gesünder zu essen und sich mehr zu bewegen.

Davies Vorschläge sind nicht nur auf positives Feedback gestoßen. So sagte Alec Shelbrooke, ein Parlamentsabgeordneter der Konservativen: "Wenn man Fettsucht als 'nationales Problem' einstuft, nimmt man den Bürgern selbst die Verantwortung. Das kann nicht die Lösung sein"

Doch Tam Fry, Sprecher des "National Obesity Forum", applaudierte Davies für ihren Warnruf: "Natürlich ist es ein nationales Risiko. Minister haben es einfach nur bislang ignoriert. Wie viele Menschen sollen denn noch fettsüchtig werden, bevor wir endlich eine Strategie dagegen entwickeln?"

Weiter fordert Davies zudem, dass die Lebensmittelindustrie sich ändern müsse. In einem Interview mit der BBC sagte sie: "Für mich ist es ganz klar, dass sich die Lebensmittelprodukte ändern müssen. In Größe und Umfang. Supermärkte dürfen kein Junk Food mehr so billig verkaufen und sollten auch ihre Werbung herunterfahren. Wir sind an einem gefährlichen Punkt angekommen. Wenn sich die Industrie nicht bewegt, sollten wir bald einen Zucker-Steuer einführen."

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