WIRTSCHAFT
15/12/2015 12:13 CET | Aktualisiert 16/12/2015 06:19 CET

Dieser Vorschlag könnte Facebook für immer verändern

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Social-Media-Plattformen zielen besonders auf junge Menschen ab. Snapchat, Instagram, Facebook: Das rasante Wachstum der Internet-Branche lässt sich mitunter auf onlineaffine Jugendliche zurückführen. Das könnte sich bald ändern.

Ein Vorschlag für das Datenschutzabkommen der Europäischen Union versetzt Tech-Unternehmen in Angst und Schrecken. Würde der Vorschlag angenommen werden, wäre es zukünftig illegal, Daten von Kindern unter 16 Jahren ohne Zustimmung der Eltern zu sammeln. Bedeutet im Klartext: Unternehmen wie Facebook könnten Millionen Nutzer verlieren, auch Email- und App-Anbieter wären betroffen.

Die Tech-Industrie reagierte empört. "Es ist unvernünftig zu glauben, dass ein Kind im Alter von 15 Jahren noch in jeder Situation die Zustimmung seiner Eltern benötigt", argumentierte ein Vertreter der Unternehmen laut eines Berichts der "Frankfurter Allgemeine". Zudem wurde kritisiert, dass sich die Verantwortlichen nicht mit Kinderrechtsorganisationen abgesprochen sollen haben.

Auch Kinderrechtsorganisationen kritisierten den Vorschlag. Die britische Organisation "The Diana Award Youth Board", die sich gegen Mobbing engagiert, startete sogar eine Online-Petition gegen den EU-Vorschlag. Die Organisation befürchtet, dass die Gesetzesänderung Kinder dazu bringen könnte, ganz einfach ein falsches Alter anzugeben, anstatt ihre Eltern um Erlaubnis zu bitten. "Diese Entwicklung könnte es schwerer für Online-Unternehmen machen, Kindern eine altersgerechte, sicherere Online-Erfahrungen zu bieten", heißt es weiter.

Am Donnerstag soll das Abkommen verabschiedet werden. Ursprünglich war ein Mindestalter von 13 Jahren, wie es auch schon in den USA existiert, angedacht. Da es aber in anderen EU-Ländern weitaus höhere Altersgrenzen gegeben hatte, liegt eine Einigung auf 16 Jahre nahe. Im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeine" sagte der Chefunterhändler des Parlaments Jan Philipp Albrecht, dass allerdings eine Zusatzklausel, die es den Staaten erlauben könnte, unter dieser Altersgrenze zu bleiben, nicht ausgeschlossen werden könne.

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