POLITIK
14/12/2015 07:08 CET | Aktualisiert 18/01/2016 08:45 CET

Rüstungs-Ranking: Das ist die unbequeme Wahrheit über Deutschlands Waffenindustrie

Die gute Nachricht vorweg: Im vergangenen Jahr sanken die Verkäufe der weltweit größten Rüstungsunternehmen zum vierten Mal in Folge. Zusammen setzten die Hersteller 401 Milliarden US-Dollar (rund 367 Milliarden Euro) und damit 1,5 Prozent weniger als noch im Jahr 2013 um. Das berichtet das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri.

Vor allem die Hersteller in Nordamerika und Westeuropa machten 2014 weniger Kasse. Die westeuropäischen Waffenverkäufe gingen laut Sipri um 7,4 Prozent zurück.

Doch zwei Länder widersetzten sich dem europäischen Trend: die Schweiz - und Deutschland.

  • In der Schweiz lag das Umsatzplus bei den Waffenverkäufen bei 11,2 Prozent mehr als 2013.
  • Deutsche Rüstungsunternehmen verdienten im vergangenen Jahr 9,4 Prozent. Den Forschern zufolge lag das vor allem am Industriekonzern ThyssenKrupp. Er kletterte im Ranking der umsatzstärksten Rüstungsfirmen vom 59. auf den 42. Platz und verkaufte Waffen im Wert von 2,31 Milliarden US-Dollar (2013: 1,77 Milliarden US-Dollar). Ein noch besseres Geschäft machte der Rheinmetall-Konzern, der mit Verkäufen im Wert von 2,97 Milliarden Dollar auf dem 31. Platz liegt.

Auch Russlands Waffenfirmen legten zu. Sipri zufolge setzten die russischen Hersteller insgesamt 2014 mehr als 48 Prozent mehr um als im Vorjahr. "Russische Unternehmen reiten auf der Welle der zunehmenden nationalen Militärausgaben und Exporte mit", sagte Sipri-Experte Siemon Wezeman laut einer Mitteilung. Die Zahl der russischen Produzenten in der Liste der 100 größten Rüstungsunternehmen stieg von neun auf elf.

Die USA dominieren die Liste weiter. Von dort kommen mit 38 Rüstungsunternehmen in den Top 100 die meisten Hersteller. Sieben davon waren 2014 unter den Top 10. Spitzenreiter war das Unternehmen Lockhead Martin mit 37,5 Milliarden US-Dollar Umsatz 2014. Aufgrund mangelnder Daten sind Unternehmen aus China nicht Teil des Berichts der Friedensforscher.

Mit Material von dpa

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