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14/12/2015 12:23 CET | Aktualisiert 14/12/2015 14:48 CET

"Menschen werden immer friedlicher": These von kanadischem Wissenschaftler Steven Pinker macht Hoffnung

Das Blutbad von Paris, zivile Bombenopfer in Syrien: Ein kurzer Blick in die täglichen Nachrichten genügt, um mit Krieg, Mord und anderen Gewalttaten weltweit konfrontiert zu werden. Doch das düstere Weltbild, das uns Schreckensmeldungen suggerieren, ist eine Illusion - sagt Havard-Psychologe Steven Pinker in einem Interview mit Amnesty International.

Die überraschende These des kanadischen Wissenschaftlers: Menschen werden nicht etwa immer gewalttätiger, sondern friedlicher. Tatsächlich dürften wir laut Pinker heute in der friedlichsten Zeit der Menschheitsgeschichte leben. "Wenn man die Welt in den Nachrichten sieht, erscheint es doch immer so, als würde alles nur noch schlimmer. Aber das ist eine Illusion!", sagt er.

Die Weltkriege waren nicht die verheerendsten Schlachten

Die Wahrnehmung werde auch durch die Medien verzerrt: "Solange die Gewaltrate nicht auf null gesunken ist, wird es immer genügend Grausamkeiten geben, um die Abendnachrichten zu füllen. Aber es wäre ein Trugschluss, daraus statistische Trends abzuleiten."

Schon vor Jahren setzte sich der Forscher mit dem Ausmaß an Gewalt in der Geschichte unserer Spezies auseinander. Die Befunde sprechen für ihn eine klare Sprache: So war im Mittelalter und noch in der frühen Neuzeit die Wahrscheinlichkeit, ermordet zu werden, weit höher als heute. Sogar die beiden Weltkriege werden statistisch betrachtet von Stammeskriegen in den Schatten gestellt, bei denen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung mehr Menschen starben.

Mehr Bildung sorgt für mehr Frieden

Pinkers positive Nachricht erstreckt sich dabei auf alle Formen der Gewalt. Heute gebe es weniger Kriege, Morde, Folter, Hinrichtungen, Vergewaltigungen und häusliche Gewalt. Als Grund für die Zunahme der Friedfertigkeit benennt Pinker mehrere Faktoren. So würden demokratische Regierungen dafür sorgen, "dass sich Menschen nicht mehr wahllos die Köpfe einschlagen". Auch die zunehmende Alphabetisierung, Bildung, Wissenschaft und der freie Handel würden eine Rolle spielen.

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