POLITIK
14/12/2015 11:38 CET | Aktualisiert 14/12/2015 11:38 CET

Mit einem Detail auf diesem Foto spaltet eine Muslimin die Gemüter

Imgur
Mit einem Detail auf diesem Foto spaltet eine Muslimin die Gemüter

Eine junge Muslimin hat ein Foto auf dem Portal "Imgur" veröffentlicht. Darauf ist sie mit einem Kopftuch zu sehen. Ein Pfeil zeigt auf eine Stelle in ihrem Gesicht. Was auf ihrer Wange zu sehen ist und wie es dazu kam, schreibt sie darunter:

"Ich habe Angst vor Ihnen."

Das war das erste, was eine meiner Patientinnen sagte, als sie die Tür öffnete und mich mit meinem Kopftuch sah.

Ich rief diesen Morgen bei ihr an, um einen Termin für ihre Bewertung auszumachen. Wir führten ein nettes Gespräch und sie wollte ihren Termin auf den frühen Nachmittag des gleichen Tages legen. Also fuhr ich hin, der Concierge brachte mich zum Aufzug und ich klopfte an der Tür.

Ich will ehrlich sein: Es gibt immer diesen kurzen Moment, in dem ich die Luft anhalte, wenn mich ein Patient zum ersten Mal sieht. Wird er ängstlich aussehen? Geschockt? Angenehm überrascht? Oder einfach normal? Ich weiß nie, was mich erwarten wird.

Patientin: Wer ist da?

Ich: Ich bin's Fida, die Arbeitsmedizinerin. Wir haben telefoniert.

Patientin: Oh, ja! Ich mache schnell die Tür - hörbares Einatmen (innerhalb einer halben Sekunde). Ähm... ich habe Angst vor Ihnen.

Ich: Entschuldigen Sie, wie bitte?

Patientin: Ich habe Angst vor Ihnen. Davor, wie Sie sich anziehen. Mit dem ganzen (sie deutet auf ihren Kopf und runter bis zu ihrer Taille).

Ich: (völlig geschockt) Sie haben Angst vor mir wegen meines Aussehens?

Patientin: Ja, warum sind Sie hier? Für wen arbeiten Sie?

*Zu diesem Zeitpunkt stand ich immer noch vor ihrer Tür, während sie sich halb dahinter versteckte. Ich hatte keine Ahnung, ob sie mich überhaupt reinlassen würde. Und ehrlich gesagt, war ich nicht sicher, ob ich mich mit dieser Situation wirklich herumärgern wollte. Aber ich dachte: Lass deine Gefühle mal außen vor und biete ein letztes Mal deine Hilfe an.*

Ich: Sie haben eine künstliche Hüfte eingesetzt bekommen, richtig? Also hat ihr Arzt Sie für eine Therapie überwiesen und deshalb bin ich hier, um Ihre Bewertung vorzunehmen. Genau wie wir es am Telefon besprochen haben.

Patientin: Also gut, kommen Sie rein.

Also atme ich tief durch und betrete die Wohnung. Ich frage sie, wie es ihr geht. Wie stark der Schmerz ist, wie ihr Alltag aussieht, der ganze typische Therapiekram. Dann fragte sie mich, wo ich herkomme. Ich war erneut geschockt, weil sie einen sehr starken spanischen Akzent hat und aus Puerto Rico kommt. Ich erzählte ihr, dass ich hier geboren wurde und hier aufgewachsen bin, dass mein Vater in Puerto Rico geboren wurde und meine Mutter in Colombia und dass meine Großeltern aus Palästina sind. An diesem Punkt war sie verwirrt.

Patientin: Aber Sie sind muslimisch, richtig?

Ich: Ja. Haben Sie noch immer Angst vor mir? Sie wissen, dass das hier nur ein Stück Stoff ist, oder?

Patientin: Nein, ich habe nicht wirklich Angst.

Ich: OK, warum, glauben Sie, hatten Sie Angst?

Patientin: Also... (sie schaute zum Fernseher). Sie wissen schon, es ist das Fernsehen. Es ist alles so negativ und sie wirken dort wie unheimliche Menschen.

Ich: Ja, unglücklicherweise machen die Medien das. Und es ist nicht fair, weil es viele gute Menschen da draußen gibt. Aber ich hoffe, dass Sie nicht alles glauben und dass Sie keine Angst mehr vor mir haben. Ok, schauen wir uns mal Ihr Gleichgewicht an (ich machte mit ein paar Tests weiter)

Dann am Ende der Untersuchung...

Patientin: Wissen Sie, es gibt auch schlechte Christen. Es gibt gute und schlechte Menschen in allen Religionen. Wir glauben alle an einen Gott, auch wenn er unterschiedliche Namen hat.

Ich: Ja, wir sind uns viel ähnlicher, als wir verschieden sind. Also, danke für Ihre Zeit und wir sehen uns nächste Woche!

Patientin: Ja, danke.

*Ich reiche ihr die Hand und sie umarmt mich und gibt mir mit ihrem leuchtend roten Lippenstift einen Kuss.*

Ich: Oh, das ist so süß, haben Sie ein schönes Wochenende!

Patientin: Ich fühle mich so schlecht wegen dem, was ich gesagt habe, als ich Sie zum ersten Mal sah. Wissen Sie, es tut mir so leid. Bitte verzeihen Sie mir. Verzeihen Sie mir bitte?

Ich: (den Tränen nahe) Natürlich vergebe ich Ihnen! Ich bin so froh, dass wir darüber gesprochen haben und hoffe, dass Sie keine Angst mehr vor mir oder vor jemanden haben, der sich so anzieht wie ich.

Patientin: Nein, nein! Ich habe viel gelernt und ich komme mir so ignorant vor. Danke, dass Sie mir geholfen haben.

Lektion gelernt: Lauft nicht vor der Ignoranz davon. Seid geduldig. Und versucht euer Bestes, um aufzuklären. Ihr wisst nie, was am Ende passieren wird. Auch, wenn das bedeutet, einen Lippenstift-Abdruck zu bekommen und deshalb in Gelächter auszubrechen. Haha.

Tausende Menschen likten die Geschichte bei Imgur. Doch es gab auch hämische Kommentare. "Am Flughafen sah ich eine Frau, die ihr Kopftuch benutzte, um ihr Handy am Kopf zu halten. Es war genial." Oder: "Vom Foto her dachte ich zuerst, sie wurde geschlagen und ist froh darüber." Oder: "Manchmal ist Döner guter Döner. Aber einige Leute wollen alle Döner verbannen."

Und natürlich gab es auch jene Leser, die alles für erfunden halten. "Klingt wie aus einem kitschigen Artikel aus den liberalen Medien."

"I am afraid of you". First thing to come out of my patient's mouth when she opened the door and saw me in hijab. ----Warning: Super long post, but I wanted to share----I called this morning to schedule her evaluation, we had a nice little talk, and she wanted to schedule our appointment earlier this afternoon. So I drove over, the concierge escorted me to the elevator, and I knock on her door. I'm not gonna lie, I always have a brief moment where I hold my breath every time a patient sees me for the first time. Will they look scared? Shocked? Pleasantly surprised? Or just normal? I never ever know what to expect. Patient: Who is it?Me: It's Fida, the occupational therapist. We spoke over the phonePatient: Oh yes! Let me just open the-gasp! (Within half a second) Um..I am afraid of you.Me: I-I'm sorry, what?Patient: I am afraid of you. How you dress. With all the (points to her head and down to her waist)Me: (Completely shocked) You're afraid of me...because of how I look?Patient: Yes, why are you here? Who do you work for?*At this point, I'm still in front of her door and she is still partially hiding behind her door. I really had no idea if I'd even be let in. And to be honest, wasn't sure if I even wanted to deal with any of it. But I thought, put your emotions aside and offer your help one last time*Me: You had a hip replacement recently, correct? So your doctor referred you for therapy and that is why I am here to complete our evaluation. Just like we spoke over the phone Patient: Well, ok ok come in. So I take a deep breath and walk in. I ask her how she's doing, pain, daily routine, typical therapy stuff. Then she asks where I'm from. Now I'm shocked yet again because she has a very heavy Spanish accent and is from Puerto Rico. I tell her I'm born and raised here, my father born and raised in Puerto Rico, my mother born and raised in Colombia, and my grandparents are from Palestine. At this point she's confused. Patient: But you're Muslim, right? Me: Yes. Are you still afraid of me? You know it's just a piece of cloth, right? Patient: No, not really afraidMe: Ok so why do you think you were afraid?Patient: Well...(looks at the tv) you know it's the television. It's all so negative and makes you seem like scary people. Me: Yes it's very unfortunate the media does that. And it's not fair because there are many good people out there. But I hope that you don't believe everything and that you are not afraid of me anymore. Ok so let's check your balance...(complete some tests to get back to work)Then at the end of the session..Patient: You know, there are bad Christians too. There are good and bad people of all religions. We all believe in one God even if it's a different nameMe: Yes we're much more similar than different. Well thank you for your time and I will see you next week!Patient: Yes thank you. *I offer her a handshake and she puts her arms out to give me a hug and kiss with her bright red lipstick*Me: Oh that is so sweet, have a lovely weekend!Patient: I feel so bad about what I said when I first saw you. You know, I-I am so sorry. Please forgive me. Will you please forgive me?Me: (About ready to tear up) Of course I forgive you! I'm so happy we had this talk and hope that you will not be afraid of me or anyone who dresses like me again. Patient: Ay no no! I learned a lot and feel very ignorant. Thank you for helping me Lesson learned: Don't walk away from ignorance. Be patient. And try your best to educate. You never know how it could turn out. Even if it means getting a lipstick stain and starting to break out from it haha


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