POLITIK
14/12/2015 23:36 CET | Aktualisiert 15/12/2015 03:38 CET

Syrien-Rückkehrer schrieben Bettelbrief an die Richter

IS Propaganda

Ayoub B. reiste als Anhänger des Islamischen Staates nach Syrien. Doch als er die Gewalt der Terrormiliz sah, entschied er sich, nach Deutschland zurückzukehren. Nach seiner Rückkehr wurde er vom Oberlandesgericht Celle wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Nun ist ein handschriftlicher Brief aufgetaucht, in dem der 27-Jährige bei Richter und Staatsanwaltschaft um Milde bettelt.

Der Brief des Deutsch-Tunesiers umfasst drei Seiten. Das berichtet die "Bild"-Zeitung auf ihrer Website. Dort sind alle Seiten des Schriftstücks zu sehen, das in kindlicher Handschrift und voller Rechtschreibfehler verfasst ist. Ayoub B. hat das Dokument bereits im März 2015 in der Untersuchungshaft geschrieben. Er behauptet darin, vom IS "betrogen" worden zu sein.

Er schreibt, er habe seine Taten aus purer Angst begangen. So habe er zum Beispiel andere Sympathisanten des Islamischen Staats rekrutiert - allerdings nur, um nicht selbst als Spion in Verdacht zu geraten. Er stellt seine Situation als auswegslos dar. So heißt es weiter in dem Brief: "Hätte ich was anderes geschrieben oder die Wahrheit gesagt, wäre es mein Todesurteil und man hätte mich am gleichen Tag getötet."

Das Gericht gab ihm tatsächlich eine milde Strafe. Für die Mitgliedschaft in der Terrorgruppe hat das Oberlandesgericht Celle den IS-Rückkehrer zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Bei einer Zwangsrekrutierung meldete er sich als Kämpfer und Selbstmordattentäter. Am Ende verletzte er aber niemanden und trat desillusioniert die Flucht nach Deutschland an. Hier packte er bei der Polizei aus.

Sein Geständnis wurde als strafmildernd angesehen. Damit gab der Deutsch-Tunesier den Sicherheitsbehörden wertvolle Einblicke in die Strukturen und die Anwerbestrategie der Terrororganisation. Der 27-Jährige erhielt deshalb nach der Kronzeugenregelung eine Strafmilderung.

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