POLITIK
14/12/2015 05:18 CET | Aktualisiert 14/12/2015 07:22 CET

Ägyptische Behörden: Russischer Airbus wurde nicht von Terroristen gesprengt

dpa

War es also doch kein Terroranschlag? Der Urlaubsflieger der russischen Gesellschaft Metrojet, der Ende Oktober über dem Sinai-Gebiet in Ägypten abstürzte, ist angeblich doch nicht durch Terroristen gesprengt worden. Das berichten Offizielle aus Ägypten, wie die britische Zeitung "Independent" meldet.

Schon Minuten nach dem Start im Ferienort Scharm-el-Scheich am Roten Meer war der Kontakt zu dem Airbus abgerissen, wie das ägyptische Luftfahrtministerium damals mitteilte. Mehr als 200 Menschen starben bei dem Unglück.

Die Terrororganisation "Islamischer Staat" behauptete, einen Terroranschlag auf das Flugzeug verübt zu haben. Kurz nach dem Absturz gaben die Terroristen an, die Maschine abgeschossen zu haben. Später veröffentlichten sie dann ein Bild, das einen Sprengsatz zeigen soll. Über die Absturzursache wird international gestritten.

Unglück über dem Sinai: Bekennervideo des IS: Zeigen diese Aufnahmen den Absturz des russischen Airbus?

Westliche Geheimdienste und Russland gehen von einer Bombe an Bord aus. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte sich allerdings mit einer Erklärung lange zurückgehalten. Ägyptens Machthaber Abdel Fattah al-Sisi gilt als Verbündeter Russlands - und die Bomben-Theorie brächte ihn politisch schwer unter Druck. So gab es bislang keine offiziellen Vorwürfe Putins an Ägypten, Putin begründete aber mit dem Vorfall sein verstärktes Eingreifen in Syrien.

Wie der Report der ägyptischen Behörden einzuschätzen ist? Ägypten hat durch den Absturz massive Einbußen im ohnehin arg mitgenommenen Tourismussektor hinnehmen müssen, einer der wichtigsten Einkommensquellen im Land. Al-Sisi war mit dem Versprechen angetreten, den Terror einzudämmen. Er müsste also um seine Macht fürchten, wenn herauskäme, dass Terroristen so einen verheerenden Anschlag durchführen konnten.

Auch gab es von westlichen Regierungen und Experten massive Kritik an den Sicherheitskontrollen am Flughafen des Urlaubsortes. Zahlreiche Fluggesellschaften hatten nach dem Unglück ihre Flüge in das Gebiet eingestellt.

Berichten nach hatten ägyptische Medien die Regierung in ihrem Kurs unterstützt. Sowohl die staatlich gelenkten als auch die wenigen unabhängigen Medien im Land schrieben, die westlichen Bomben-Theorien seien eine Art Anschlag auf Ägypten, eine Verschwörung, um die Wirtschaft zu schädigen.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite