POLITIK
13/12/2015 15:47 CET | Aktualisiert 13/12/2015 16:05 CET

Überraschende Umfrage: Ted Cruz überholt Donald Trump

Der neue republikanische Frontrunner?
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Der neue republikanische Frontrunner?

Am 1. Februar beginnen in den USA die innerparteilichen Vorwahlen zur Kür der beiden Präsidentschaftskandidaten. Monatelang hielt sich Donald Trump dabei mit teils deutlichem Vorsprung an der Spitze des republikanischen Bewerberfelds. Doch eine aktuelle Umfrage der Tageszeitung "The Des Moines Register" (Des Moines ist die Hauptstadt von Iowa) zeigt nun, dass "The Donald" in Iowa deutlich an Popularität eingebüßt hat und hinter den Senator aus Texas, Ted Cruz, zurückgefallen ist.

So kommt Trump aktuell nur noch auf 21 Prozent Zustimmung. Für den "Tea Party Rockstar" Cruz würden sich aktuell 31 Prozent der Wähler aussprechen:

Der 44-jährige Cruz gehört zum konservativen Flügel seiner Partei und sitzt erst seit Januar 2013 im Senat. Seitdem hat er sich jedoch als schärfster Kritiker von Präsident Barack Obama hervorgetan. Er ist Abtreibungsgegner und lehnt striktere Waffengesetzte ebenso entschieden ab wie die unter Obama in die Wege geleiteten außenpolitischen Annäherungen an den Iran und Kuba.

Im September 2013 hielt eine 21-stündige Dauerrede im Senat, um eine Abstimmung über die Gesundheitsreform zu verhindern. Er erklärte, diese Reform ("Obamacare") als erste Amtshandlung als Präsident wieder rückgängig machen zu wollen.

In Fragen zur illegalen Einwanderung schlägt der Sohn eines Kubaners und einer Amerikanerin deutlich gemäßigtere Töne als etwa Donald Trump an. Nach den Anschlägen auf Paris befürwortete aber auch Cruz einen Aufnahmestopp von syrischen Flüchtlingen. Die Terrormilizen des Islamischen Staats will er mit massiven Luftschlägen besiegen.

Für Trump könnte sich der Aufstieg des gebürtigen Kanadiers als ernstes Problem herausstellen: Beide buhlen um dieselbe Wählerklientel. Als einziger republikanischer Bewerber vermied es Cruz bisher, Donald Trump öffentlich anzugreifen. Im Sommer traten sie sogar gemeinsam auf einer Demonstration gegen das Atomabkommen mit dem Iran in der Hauptstadt Washington auf.

Ted Cruz spekuliert darauf, dass Trumps Anhänger irgendwann genug von den ständigen Pöbeleien des Multi-Milliardärs haben und auf seine Seite wechseln. Die Strategie könnte nun aufgehen: Allein in Iowa legte der Senator aus Texas seit Ende Oktober in den Umfragen um mehr als 20 Prozent zu. Zudem sicherte sich Cruz in letzter Zeit die Unterstützung einiger einflussreicher konservativer Politiker. Die gemäßigtere Parteibasis dürfte über den Popularitätsschub des erzkonservativen Senators wenig begeistert sein.

Sollte Trump in Iowa gegen Cruz verlieren, könnte dies seine Chancen auf die republikanische Nominierung ernsthaft gefährden. Doch wer "The Donald" kennt, weiß, dass der Mann alles tun wird, um auch Ted Cruz zu "vernichten". Die nächste Chance dafür bietet sich in der Nacht zum Mittwoch: Dann treffen die Republikaner zur nächsten Fernsehdebatte aufeinander.

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