WIRTSCHAFT
13/12/2015 05:56 CET | Aktualisiert 13/12/2015 14:20 CET

Unternehmerinitiative der Otto-Group schafft 2.500 Praktikumsplätze für Flüchtlinge

SANLIURFA, TURKEY - SEPTEMBER 24: Refugees work at a textile workshop at a tent city in the Akcakale District of Sanliurfa, Turkey on September 24, 2015. Refugees who take classes in weaving, confectionary-making, hairdressing, art etc. at the camp's social facilities are also able to contribute to their family income with the products they produce. 260 thousand Syrians who have escaped war and found asylum in Turkey are now living in camps with opportunities that mean they don't miss what they'
Anadolu Agency via Getty Images
SANLIURFA, TURKEY - SEPTEMBER 24: Refugees work at a textile workshop at a tent city in the Akcakale District of Sanliurfa, Turkey on September 24, 2015. Refugees who take classes in weaving, confectionary-making, hairdressing, art etc. at the camp's social facilities are also able to contribute to their family income with the products they produce. 260 thousand Syrians who have escaped war and found asylum in Turkey are now living in camps with opportunities that mean they don't miss what they'

Deutschland debattiert über den richtigen Kurs in der Flüchtlingskrise. Eine Begrenzung der Einwanderungsszahlen wird dabei immer wahrscheinlicher. Nun hat sich mit Michael Otto einer der führenden Unternehmer des Landes gegen eine solche Begrenzung ausgesprochen: „Ich denke, wir können die Zahlen in den Griff bekommen, wir müssen nur eine Menge dafür tun“, sagte der Aufsichtsratschef der Otto Group der "Welt am Sonntag". Sein Unternehmen mit Sitz in Hamburg ist nach Amazon der weltweit größte Onlinehändler.

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Und Otto will seinen Einfluss nutzen: "In Hamburg werden wir in einer Unternehmerinitiative bis Ende Januar 1500 Praktikumsplätze zur Verfügung stellen, Ende März sollen es schon 2500 Stellen sein“, sagte Otto. Das ist ein Schritt, zu dem sich bisher kein deutsches Unternehmen durchringen konnte. Zwar unterstützen Unternehmen Flüchtlinge derzeit schon mit Praktikumsplätzen (Ikea in der Schweiz schafft zum Beispiel 18 Stellen für Praktikanten) - aber in dieser Größenordnung beteiligt sich bisher niemand an der Integration der Flüchtlinge.

Michael Otto erklärt auch, warum es so wichtig ist, die Neuankömmlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Seine Antwort: Deutschland hat gar keine andere Wahl. Denn die Zuwanderung zu begrenzen, sei schwierig, erklärt er. Es stehe außer Frage, dass Deutschland nicht alle Flüchtlinge der Welt aufnehmen könne. Eine Begrenzung wäre jedoch der falsche Weg: "Das würde einen noch größeren Ansturm auslösen, da die Flüchtlinge alles versuchen würden, doch noch aufgenommen zu werden". Der klügere Weg ist es also, die Aufgabe als Chance zu begreifen und die Flüchtlinge zu integrieren.

Otto plädiert auch dafür, die Kapazitäten bei der Bearbeitung der Asylanträge auszubauen: "Die Unternehmen müssen wissen, wer hier bleiben darf und wer nicht. Nur so können sie ihnen einen Praktikumsplatz oder eine Arbeitsstelle anbieten". Gleichzeitig müsse Deutschland bei der Abschiebung von Flüchtlingen konsequenter werden, auch wenn dadurch Bilder entstehen, die die Politik scheuen würde.

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