POLITIK
13/12/2015 07:44 CET | Aktualisiert 13/12/2015 07:59 CET

Er saß 14 Jahre in Guantanamo - jetzt hat er eine eindringliche Botschaft an die Terroristen

Es sind ziemlich klare Ansagen: Der britische Ex-Guantanamo-Häftling Schaker Aamer hat islamistischen Terroristen das Recht auf wahlloses Töten abgesprochen. In einem Interview mit der britischen Zeitung "The Mail on Sunday" sagte er: "Selbst in einem Krieg kann man nicht jeden töten, man darf nicht Kinder töten, man darf keine Geistlichen töten." Das sei nicht mit den Lehren des Koran vereinbar.

Mit Blick auf eine jüngste Messerattacke in London meinte er: "Man kann nicht einfach auf die Straße gehen und auf Leute einstechen." Er fügte hinzu: "Wenn du auf dieses Land derart wütend bist, dann musst du verdammt noch mal von hier weggehen."

Besonders krass: Aamer wollte sich während seiner Zeit im Gefangenenlager für Geiseln des IS engagieren und Videobotschaften aufnehmen, die den IS zur Zurückhaltung aufforderten. Die Gefängnisleitung in Guantanamo verbot es ihm - die Geiseln wurden geköpft.

Aamar, der saudi-arabische Wurzeln hat, war 14 Jahre lang in Guantánamo inhaftiert. Er wurde im Oktober entlassen und kehrte dann nach Großbritannien zurück. Er wirft US-Amerikanern vor, ihn nach seiner Festnahme in Afghanistan und später in Guantánamo misshandelt zu haben. Er sagt, Guantanamo habe nur einen Zweck gehabt: "Menschen zu brechen". Derzeit befinden sich noch rund 100 Gefangene in dem Lager auf Kuba. Ursprünglich waren es rund 700.

Nach eigener Aussage ging Aamar im Jahr 2001 nach Afghanistan, um dort ein Unternehmen aufzubauen. Den Terror-Vorwurf gegen ihn konnten die Ermittler nie erhärten. Er habe in London einer terroristischen Zelle angehört, hieß es. Das Problem wohl: Die US-Truppen in Afghanistan hatten ein Kopfgeld auf Terroristen ausgesetzt, wie die "Mail on Sunday" schreibt. So wurden eigentlich unschuldige Männer von anderen angeschwärzt. Sie landeten in Guantanamo.

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