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12/12/2015 02:31 CET | Aktualisiert 12/12/2015 05:29 CET

Rund jeder dritte Deutsche glaubt: Die Medien sind von der Politik gesteuert

dpa

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Das Thema Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen seit Monaten. Schaffen wir das? Schaffen wir es nicht? Wie viele Flüchtlinge sind zu viele? Wie stimmen wir uns besser mit unseren europäischen Nachbarn ab?

Doch fast ebenso emotional wie über diese Fragen diskutieren die Menschen in unserem Land über die Rolle von Zeitungen, TV-Sendern und Radiostationen in der Flüchtlingskrise.

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Seit Jahren war die Kritik an den Medien in Deutschland nicht so groß wie heute: Nur knapp 20 Prozent der Deutschen fühlen sich von Journalisten in der Flüchtlingskrise umfassend informiert. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts mafo.de unter 1100 Deutschen für die Huffington Post.

Und den Grund liefern die Marktforscher gleich mit: Knapp 35 Prozent der Deutschen meinen, die Medien würden immer über das Gleiche berichten. Erstaunlicher noch: Knapp 28 Prozent sind der Meinung, die Medien würden von Politikern gesteuert.

Die Zahlen sind alarmierend.

Besonders die Jüngeren fühlen sich laut mafo.de schlecht informiert: 40 Prozent der Befragten finden, dass die Medien immer das Gleiche berichten, nur 17 Prozent von ihnen fühlen sich umfassend informiert.

In der Gruppe der über 46-Jährigen dagegen sind mit 31 Prozent überdurchschnittlich viele der Meinung, die Medien seien von der Politik gesteuert.

Und eine wachsende Zahl von Menschen dürfte sich aus der Diskussion demnächst komplett verabschieden: 34 Prozent der Deutschen gibt an, sie seien mittlerweile genervt von den Medien.

Kein Wunder also, dass obskure Webseiten, die sich keinem journalistischen Ethos verpflichtet fühlen und Stimmung machen, im Internet Zulauf haben und sich in Deutschland - in Bezug auf den Medienkonsum - Parallelgesellschaften bilden. Das schadet am Ende der Demokratie in unserem Land. Denn wenn Bürger sich in radikale Informationsnischen flüchten, geht der Dialog und am Ende vielleicht auch die Fähigkeit zum Kompromiss verloren. Und der ist einer der Grundpfeiler unserer Demokratie.

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