POLITIK
11/12/2015 14:02 CET | Aktualisiert 11/12/2015 14:14 CET

Sexarbeit in der Realität: Deshalb habe ich mich mit 15 prostituiert

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Die Entscheidung von Amnesty International, sich zukünftig für die Entkriminalisierung von Prostitution einzusetzen, stieß weltweit auf Kritik.

Besonders berühmt wurde die Kritik einer Frau, die bereits im Alter von 15 Jahren Prostituierte wurde. Ihr Protest wurde sogar in der "New York Times" veröffentlicht. Amnesty mache ihrer Meinung nach einen historischen Fehler.

Im Artikel beschreibt sie, wie sie in das Geschäft rutschte. Ihre Geschichte ist dramatisch: Als sie ein Teenager war, beging ihr Vater Selbstmord, ihre Mutter wurde krank – und sie landete auf der Straße.

Sie habe einen jungen Mann getroffen, der sie zur Prostitution trieb, sagt die junge Frau. Alles was sie gehabt hätte, sei eben ihr Körper gewesen. Und "Frischfleisch", wie sie es selbst ausdrückt, sei auf der Straße sehr gefragt gewesen.

Prostitution dürfe nicht länger "Sex-Arbeit" genannt werden, appelliert die junge Frau an die Politik. Denn Prostitution sei kein wirklicher Job, sondern pure Erniedrigung:

"Das Verkaufen meines Körpers war keine richtige Erwerbstätigkeit. Die Erniedrigung durch Fremde, die meinen Körper benutzten, um ihren Drang zu stillen, ähnelte in keiner Weise einer normalen Beschäftigung. Ich wurde in zweierlei Hinsicht ausgenutzt - von den Zuhältern und von den Freiern."

An die Zeit auf der Straße hat sie viele, verstörende Erinnerungen:

"Sieben Jahre lang wurde ich ge- und verkauft. Mitten auf der Straße, an manchen Nächten bis zu zehn Mal. Es ist schwierig, die Auswirkungen dieser psychologischen Nötigung zu beschreiben; und wie sehr sie mein Selbstvertrauen ausgehöhlt hat. In meinen späten Teenager-Jahren nahm ich Koks, um den Schmerz zu unterdrücken."


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