POLITIK
11/12/2015 05:21 CET | Aktualisiert 11/12/2015 05:45 CET

Kim Jong Un droht mit einer neuen Waffe - und sie ist schlimmer als die Atombombe

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Kim Jong Un zeigt sich nicht oft in der Öffentlichkeit. Doch wenn er es tut, dann nutzt er diese Gelegenheiten, um Propaganda zu machen. Was er bei seinem gestrigen Auftritt verkündete, stellt allerdings viele seiner früheren Auftritte in den Schatten.

Kim Jong Un hat behauptet, dass sein Land erfolgreich in der Produktion der Wasserstoffbombe gewesen sei. Dies vermeldet die offizielle Nachrichtenagentur KCNA.

Wasserstoffbomben können eine deutlich größere Sprengkraft erzeugen als klassische Atombomben. Sie sind auch unter dem Begriff thermonukleare Bomben oder Fusionsbomben bekannt - und gehören damit ebenso zur Klasse der Kernwaffen. Anders als bei den weit bekannten Atombomben beruht die zerstörerische Kraft der Wasserstoffbomben nicht auf einer Kernspaltung, sondern einer Kernfusion. Es wird lediglich ein normaler Fissionssprengsatz genutzt, der die Energie für die Fusion der Wasserstoffisotope Deuterium und Tritium liefert.

Nordkorea hat bereits 2006, 2009 und 2013 eine Reihe unterirdischer Atomwaffentests durchgeführt. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte anlässlich dieser Tests Sanktionen in Form eines Verbots von Handels- und Finanzaktivitäten, die dem Waffenprogramm helfen könnten, gegen das Land verhängt.

Internationale Experten glauben Kim Jong Uns Behauptung nicht. Denn trotz der Tests sei es für das Land kaum möglich, die entsprechende Technologie herzustellen. Jeffrey Lewis vom Middlebury Institute of International Studies at Monterey erklärte: „Ich halte es für unwahrscheinlich, dass sie derzeit im Besitz einer Wasserstoffbombe sind. Ich glaube allerdings auch nicht, dass sie bis in alle Ewigkeiten nur einfache Waffen testen werden."

Doch auch internationale Experten können nur spekulieren. Denn nur ein enger Kreis nordkoreanischer Führungskräfte weiß wirklich, wie weit das Waffenprogramm tatsächlich schon fortgeschritten ist.

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