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09/12/2015 12:55 CET | Aktualisiert 09/12/2015 12:55 CET

Angriffe auf Flüchtlingsheime: Eine Zahl zeigt, was in Deutschland gerade schiefläuft

dpa

Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland sind 2015 mehr als viermal so oft angegriffen worden wie im Vorjahr. Bis zum 7. Dezember verzeichneten die Ermittler 817 Fälle, wie das Bundeskriminalamt (BKA) am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte.

Für mindestens 733 Attacken seien rechtsmotivierte Täter verantwortlich. Im gesamten Jahr 2014 waren laut BKA 199 Straftaten gegen Asylunterkünfte gemeldet worden, davon 177 politisch rechts motivierte.

Sachbeschädigungen und Volksverhetzungen

Bei den Übergriffen handele es sich überwiegend um Sachbeschädigungen, Propagandadelikte und Volksverhetzungen, teilte eine Sprecherin des BKA mit. Allerdings sei auch die Zahl der Gewaltdelikte gegen Flüchtlingsunterkünfte deutlich gestiegen.

Die bisherige Höchstmarke aus dem vergangenen Jahr von 28 wurde mit bislang 130 Gewalttaten 2015 bereits deutlich überschritten, wie die BKA-Sprecherin erklärte. Zu den Gewaltdelikten zählen (bis 7. Dezember) allein 68 Brandstiftungen, 2014 waren es 6 gewesen.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) nannte die Bilanz erschütternd. "Es ist beschämend, wenn innerhalb eines Jahres die Zahl der Brandanschläge derart sprunghaft ansteigt", sagte er der Funke-Mediengruppe. "Notwendig ist eine eindeutige Reaktion: Die Täter müssen mit aller Kraft ermittelt und konsequent zur Rechenschaft gezogen werden."

Mit Material von dpa

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