POLITIK
08/12/2015 15:55 CET | Aktualisiert 17/07/2016 07:26 CEST

Julia ist 18, obdachlos – und dankbar dafür

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Julia war auf dem Gymnasium. Sie hatte Deutsch-Leistungskurs. Sie ist eine intelligente junge Frau, 18 Jahre alt. Und sie ist obdachlos.

Ihre Eltern haben sie zuhause rausgeworfen, auf die Straße. Sie fanden, sie habe die falschen Freunde. Und sie nehme Drogen.

Julia sieht das anders. Sie sagt, sie habe zwar dazu beigetragen, dass die Situation eskalierte. Aber schuld seien ihre Eltern gewesen. Sie hätten ihr nicht zugehört.

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Junge Obdachlose kommen oft aus Patchworkfamilien, haben unter Stiefeltern gelitten oder sind misshandelt worden. So landen sie so früh auf der Straße. Deutlich mehr von ihnen sind weiblich.

Wie Julia. Dass sie zuhause rausflog, ist jetzt ungefähr vier Monate her. In Dortmund, wo sie als Obdachlose lebt, haben wir sie getroffen. Und eine Frau kennengelernt, die sogar dankbar ist für das, was sie durchmachen muss:

Julia möchte zurück in ein geordnetes Leben. Sie möchte keine Nachteile haben wegen ihrer momentanen Situation. Im Video zeigen wir sie deshalb, ohne ihr Gesicht zu zeigen.

Dieser Text ist Teil der Reihe "Wie geht es uns?" Ein Jahr lang hat die Politik in Berlin, die Krise in Syrien und der Konflikt mit Moskau die Schlagzeilen beherrscht. Wie aber geht es Ende dieses irren Jahres den Menschen in Deutschland? Wie blicken die Menschen in unserem Land in die Zukunft? Das will die Huffington Post herausfinden - und hat alle Redakteure als Reporter durch das Land geschickt. Sie führen Interviews, besuchen Menschen denen sonst niemand zuhört - und berichten über Menschen, die dabei helfen, die größten Probleme zu lösen.

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