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08/12/2015 10:42 CET | Aktualisiert 08/12/2015 10:49 CET

Wo seid ihr? Hunderte Jugendliche in Deutschland verschwunden

dpa

Sie werden zu Hunderten vermisst. Junge Flüchtlinge brauchen eigentlich besonderen Schutz: Oftmals sind sie alleine in Deutschland angekommen, viele sind traumatisiert. Doch hier angekommen, verliert sich immer häufiger ihre Spur.

Alleine im schwäbischen Augsburg werden derzeit 100 jugendliche Flüchtlinge vermisst, wie die "Augsburger Allgemeine" berichtet.

Auch in anderen Orten sind Minderjährige abgängig: Laut einer Meldung der Deutschen Presseagentur wurden in Hamburg mehr als 130 minderjährige Flüchtlinge innerhalb diesen Jahres als vermisst gemeldet. Auch diverse Lokalzeitungen berichten regelmäßig von verschwundenen Jugendlichen: In Chemnitz verschwanden laut einer Meldung von "Mopo24" im November acht Kinder aus einer Asylunterkunft, im selben Monat meldete die "Sächsische Zeitung" das Verschwinden zweier afghanischer Jugendlicher.

Angeblich machen sich die Jugendlichen einfach selbst auf den Weg in andere Städte und Länder. Siegfried Hartmann, Sprecher der Polizei in Augsburg, sagte der "Augsburger Allgemeinen": "Die meisten von ihnen reisen vermutlich weiter, weil sie zu Verwandten oder Bekannten wollen." Teilweise sei Deutschland auch nur Zwischenstopp auf einer längeren Reise in andere, meist nordeuropäische, Länder.

Das Problem: Die Identifizierung der vermissten Jugendlichen ist kaum möglich. Oftmals haben die Flüchtlinge keinen Ausweis dabei, ob Alters- und Namensangaben überhaupt stimmen, lässt sich kaum nachvollziehen. So wird es besonderes schwer, die Minderjährigen wiederzufinden. Ermittler versuchen deshalb, genetische Fingerabdrücke zu bekommen.

Das Verschwinden von Flüchtlingen in Deutschland ist leider nichts Neues. Erst im Oktober berichteten Medien über das Verschwinden von rund 700 Flüchtlinge aus Asylbewerberheimen in Niedersachsen. Auch dort wurde vermutet, dass sich die Menschen auf den Weg zu Verwandten und Bekannten gemacht hatten. Das Verschwinden von minderjährigen Flüchtlingen ist allerdings noch problematischer: Ermittler befürchten, dass die schutzbedürftigen Minderjährigen in die Hände von Kriminellen geraten könnten.

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