LIFESTYLE
07/12/2015 13:54 CET | Aktualisiert 08/12/2015 08:29 CET

Diese 12 Dinge wusstet ihr noch nicht über den Sex der Deutschen

Einmal, zweimal, dreimal pro Woche: So viel Sex braucht ihre Beziehung

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Lasst uns über Sex reden. Wir wollen wissen: Wie haben die Deutschen Sex, was törnt sie an, was killt die Lust? Wir haben dazu mit Tantra-Experten, Pornodarstellern und ganz normalen Menschen gesprochen. Dabei haben wir einige überraschende Dinge gelernt:

1. Deutsche Frauen wollen Sex, trauen sich aber nicht, darüber zu reden

Eine widersprüchliche Erkenntnis. Aber so ist auch unser Umgang mit Sexualität. Große Offenheit trifft Scham. Wir wollen, wollen aber nicht explizit darüber reden. Verdammen Porno und konsumieren ihn wie die Weltmeister. Kein Wunder also, dass auch 36 Prozent der deutschen Frauen von sich sagen, viel und oft Lust auf Sex zu haben, aber das zugleich nicht zugeben wollen.

Was liegt dem zugrunde? Verstand unterdrückt Vagina? Ein Tantra-Experte, mit dem wir gesprochen sagen, erzählte von Experimenten in denen Frauen lustvolle Bilder gezeigt wurden. Nach physiologischen Messungen war klar: Diese Bilder erregten die Versuchs-Teilnehmerinnen. Doch die wenigstens wollten dies anschließend zugeben.

Wir finden: Schluss mit Scham! Sprecht aus, was euch anmacht. Wer nicht sagt, was er will, bekommt es auch nicht.

2. Frauen lieben Unterwerfung - immer noch

Eigentlich ein altes Klischee. Frauen lieben Unterwerfung und mögen es, zum Sex gedrängt zu werden. Es wird schon seit Jahren als Nummer eins der heimlichen Sexphantasien von Frauen gehandelt. Nach diversen Umfragen träumen 30 bis 60 Prozent der Frauen davon, durch ein Rollenspiel zum Sex gezwungen zu werden.

Diese Phantasie scheint ungebrochen. Gerade auch viele junge Frauen bitten ihre Sexpartner, sich auf dieses Spiel einzulassen. Sie festzuhalten, zu schlagen. Die Männer, mit denen wir darüber gesprochen haben, stehen dieser Phantasie allerdings eher skeptisch gegenüber. "Das hat mir nicht sonderlich gefallen", so einer unserer Gesprächspartner. Können wir gut nachvollziehen.

3. Immer weniger Paare leben monogam

Diese Beobachtung lässt sich schon seit ein paar Jahren machen. Unsere Beziehungsformen ändern sich. Lebenslange Treue leben die wenigsten. Jede zweite Ehe mit Kind wird geschieden. Regenbogen- und Patchwork-Familien prägen neue Beziehungskulturen in unserem Land.

Laut Niels Kriedner, Tantra-Lehrer in Berlin, liegt das auch daran, dass wir eben alle unterschiedlich sind. Manche Menschen sind halt nicht monogam, findet er. Die Deutschen fangen langsam an, auch diese Einsicht zu leben.

4. 40 Prozent der Frauen wollen anderen Sex

Noch so ein altes Klischee: Frauen sind sexuell eher konservativ eingestellt. Wollen im Zweifel lieber kuscheln als anal, stehen auf devote Position in der Missionarsstellung. Stimmt nicht. Mehr als 40 Prozent der Frauen gibt an, sexuell mehr experimentieren zu wollen. Und viele Männer sind überrascht, was sich Frauen so alles vorstellen wollen.

5. Männer sind pornogläubig

Wir haben mit einem Pornostar gesprochen. Und sie erzählte uns ein paar Anekdoten aus ihrem Privatleben. Sie hätte schon privat Sex mit Männern gehabt, die Stellungen und Schläge aus Pornofilmen nachgespielt hätten. Ohne ein Gespür dafür, was einer Frau gefiele. "Das bringt gar nichts!" "Aber das habe ich doch im Porno gesehen!"

Ähm...

6. Ein Wort: Natursekt

Natursekt ist die, wie wir vielleicht etwas verklemmt finden, euphemistische Bezeichnung für Urin. Wenn es um Natursekt geht, bepinkeln sich die Sexualpartner gegenseitig. Oder lassen sich dabei beobachten. Wie bei der sogenannten "Natursektgabe", einer sehr beliebten Live-Show einschlägiger Porno-Portale.

Kulturhistorisch können wir das nur schwer einordnen. Aber wir nehmen es einfach mal hin.

7. Echter Porno ist auf dem Vormarsch

Standard-Porno ist out. Denn, dass merken auch die Deutschen langsam, Standard-Porno ist langweilig. Ausgeleuchtete Geschlechtsteile und Penetration aller Öffnungen. Schlanke Menschen, Silikon-Brüste und haarlose Genitalien.

Das interessiert immer weniger Menschen. Stattdessen werden authentische Pornos immer beliebter. Wie zum Beispiel von der Porno-Seite "Ersties". Dort zeigen Amateure, auf was sie stehen. Explizit, aber eben auch echt.

8. Die Deutschen wollen sich immer weniger festlegen

Gerade viele junge Frauen träumen nach wie vor noch von der großen Liebe, der ewigen, glückseligmachenden, die mit einem Ring und einem Fest beschlossen wird.

Doch es gibt auch immer mehr junge Deutsche, die leben ganz andere Beziehungen. Offene Beziehungen, wechselnde Sexualpartner. Oder Beziehungen, die schlicht nicht als solche definiert werden. Weil man erstmal schauen möchte, sich nicht festlegen. Und solange Konsens herrscht, leben junge Deutsche das auch in ihrem Sexleben aus.

9. Analsex bringt maximale Lust

Analsex haftet, haha, immer noch etwas Anrüchiges an. Schmerzhaft, gefahrvoll soll er sein. Nichtsdestotrotz stehen viele Deutsche auf diese Art des Sex. Auch im Porno-Business ist anale Penetration eine beliebte Spielart. Pornodarstellerinnen sagten uns, dass es vor der Kamera schwierig sei, aber mit einem einfühlsamen Partner eine aufregende Spielart.

Solange es allen Spaß macht, finden wir, ist das doch wunderbar. Und er bringt maximale Lust. Eine kürzlich erhobene Studie aus den USA liefert aber den Beweis: Über 94 Prozent der Befragten gaben an, dass sie beim Analsex schon einmal zum Höhepunkt gekommen sind. Für heterosexuelle Paare gibt es gleich doppelt gute Nachrichten: Wenn sie Analsex in das Liebesspiel einbauen, ist das fast so effektiv, als wenn sich die Frau gleichzeitig selbst stimuliert. Die Orgasmuswahrscheinlichkeit erhöht sich um 15 Prozent.

10. Die Deutschen suchen am meisten nach Kamasutra

Kamasutra ist der meistgesuchte "Sex-Begriff" in Suchmaschinen. Vielleicht ein Hinweis darauf, dass die Deutschen sich nach etwas mehr Abwechslung beim Sex sehnen.

Einige der Kapitel machen uns etwas skeptisch ("Die Mittel, den Penis zu vergrößern"), aber etwas Fortbildung in Sachen "De auparistako (Über den Mundverkehr)" klingt vielversprechend.

11. Deutsche haben Bock auf Gruppensex

"Gangbang" und "Swingerclub" sind unter den Top Fünf der meistgesuchten Sex-Suchbegriffe. Und auch wenn man sich in der Hauptstadt mal umhört, erfährt man von Orgien in bekannten Berliner Clubs. Regeln dabei: Alles darf, nichts muss. Man geht direkt hin oder bekommt eine Einladung per Smartphone. Und dann gilt einfach: Kurz anfassen und wenn der- oder diejenige auch Lust hat, kann es loslegen. Aber die alte Porno-Phantasie von zwei Männern, die Sex mit einer Frau haben ist dabei passé. Wenn mehrere dabei sind, hat jeder was mit jedem.

12. Der Blow Job - geliebt wie eh und je

Beim Blow Job gilt nach wie vor: Er ist eine der beliebtesten Sex-Praktiken. Nach "blasen" wird bei Google viel gesucht und auch das Angebot auf dem Prostitutionsmarkt bildet die große Nachfrage ab. Läuft man Abends an der Berliner Kurfürstenstraße entlang hören Männer nur allzuoft: "20 Blasen, 30 Ficken."

Da sind die Deutschen ganz pragmatisch.

Dieser Text ist Teil der Reihe "Wie geht es uns?" Ein Jahr lang hat die Politik in Berlin, die Krise in Syrien und der Konflikt mit Moskau die Schlagzeilen beherrscht. Wie aber geht es Ende dieses irren Jahres den Menschen in Deutschland? Wie blicken die Menschen in unserem Land in die Zukunft? Das will die Huffington Post herausfinden - und hat alle Redakteure als Reporter durch das Land geschickt. Sie führen Interviews, besuchen Menschen denen sonst niemand zuhört - und berichten über Menschen, die dabei helfen, die größten Probleme zu lösen.

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