POLITIK
07/12/2015 22:20 CET | Aktualisiert 08/12/2015 01:53 CET

"Muslime hegen Hass gegen Amerikaner": Mit dieser Forderung schockiert Donald Trump Amerika

Donald Trump im Dezember 2015
AP
Donald Trump im Dezember 2015

Donald Trump ist bekannt für seine provozierenden Forderungen. Doch seine Reaktion auf den Terroranschlag von San Bernardino entsetzt selbst einige Anhänger. Er will ein pauschales Einreiseverbot für Muslime. Alle. Ohne Außnahme.

Sein Wahlkampfteam veröffentlichte am Montag eine Erklärung. In der begründet Trump das "totale Verbot" mit dem Ausmaß von Hass, "den große Teile der muslimischen Bevölkerung" auf Amerikaner hätten. Andere Bewerber seiner Partei und das Weiße Haus kritisierten den Vorstoß.

Ausnahmen solle es nach Vorstellungen des Milliardärs nicht geben. Das erklärte sein Wahlkampfmanager Corey Lewandowski. Weder Muslime, die in die USA einwandern wollten, noch muslimische Touristen sollten hineingelassen werden.

Trump sagte nicht, wie die USA mit muslimischen US-Bürgern verfahren sollten. In seiner Erklärung finden sich keine Angaben, wie er mit amerikanischen Muslimen verfahren will, die aus dem Ausland in die USA zurückkehren. Mehr als 5800 Männer und Frauen muslimischen Glaubens dienen beispielsweise im US-Militär oder zählen zu der Reserve.

In der Erklärung unterstellte Trump Muslimen pauschal, eine Gefahr zu sein. "Bis wir dazu in der Lage sind, dieses Problem und die gefährliche Bedrohung, die es darstellt, zu ermitteln und zu verstehen, kann unser Land nicht Opfer von entsetzlichen Angriffen von Leuten sein, die nur an den Dschihad glauben und die keinen Sinn für Vernunft oder Respekt für das menschliche Leben haben", hieß es in der Erklärung. Auf Twitter fügte Trump später hinzu: "Wir müssen sehr wachsam sein!"

Trump reagiert damit auf den Anschlag von San Bernardino. Bei den mutmaßlichen Attentätern, die vergangene Woche in einer kalifornischen Sozialeinrichtung 14 Menschen erschossen, handelt es sich nach Angaben von US-Behörden um ein extremistisch radikalisiertes, muslimisches Ehepaar.

Die politische Konkurrenz wies Trumps Forderungen zurück. "Donald Trump ist verwirrt", schrieb der republikanische Präsidentschaftsbewerber Jeb Bush. Kandidatin Carly Fiorina sagte: "Trumps Überreaktion ist genauso gefährlich wie Präsident Obamas Unterreaktion." John Kasich sprach von "unerhörter Entzweiung", während Ted Cruz, der stets versucht, Trumps Anhänger nicht zu verärgern, lediglich sagte: "Das ist nicht meine Politik."

Obama hatte die Tat von San Bernardino als "Terrorakt" bezeichnet. Der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, warf Trump vor, mit den Ängsten der Menschen zu spielen. Heimatschutzminister Jeh Johnson sagte am Montag in der zweitgrößten Moschee seines Landes im US-Staat Virginia, es sei unamerikanisch, Muslime in den USA zu diffamieren und unter Generalverdacht zu stellen. Einen Kommentar zu Trumps Erklärung wollte er nicht abgeben.

Doch am Besten fasste Trumps Forderungen ein Parteikollege zusammen. "Donald Trump hat sie nicht mehr alle", schrieb Jeb Bush auf Twitter. Seine politischen Vorschläge könne man nicht ernst nehmen.

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