LIFESTYLE
06/12/2015 08:10 CET | Aktualisiert 06/12/2015 08:11 CET

Mit mulmigem Gefühl öffnet eine Tagesmutter die Tür. Minuten später liegt sie hilflos am Boden

Martha McClure lebt US-Bundesstaat Montana. Obwohl sie selbst fünf Kinder hat, kümmert sie sich seit mehr als 20 Jahren um andere Kinder in ihrer hauseigenen Kindertagesstätte. "Sobald die Mütter ihre Kinder um 6:30 Uhr bei mir abgeben, gehören sie zu mir. Sie sind meine Verantwortung und ich würde sie mit meinem eigenen Leben beschützen", erklärt die 41-jährige Tagesmutter.

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Ihr schlimmster Albtraum wird wahr

Dass es wirklich einmal soweit kommen würde, dass sie ihre Tageskinder tatsächlich mit ihrem Leben beschützen muss, hätte sie nie gedacht.

Es ist der Morgen des 7. Oktober, als ein 31-jähriger Mann mit seiner zehn Jahre jüngeren Freundin vor ihrem Haus auftaucht, um seine drei Kinder abzuholen. Der Mann riecht stark nach Alkohol und hat bereits seit Langem das Sorgerecht für seine Kinder verloren, laut richterlichem Beschluss darf er sie nicht einmal mehr besuchen. Seine drei Kinder leben bei Verwandten.

Martha weiß darüber bescheid und weigert sich daher, die Kinder in die Obhut des alkoholisierten Mannes zu geben. Der Mann rastet aus, brüllt und droht, Martha umzubringen. Geistesgegenwärtig drängt sie den Mann vor die Tür. Um die Kinder zu schützen, verschliesst sie ihr Haus.

Martha wird schwer verletzt

Doch der Mann gibt nicht auf: Mit einem Dreirad schlägt er eine Scheibe des Hauses ein. Als Martha sich ihm in den Weg stellt, nimmt die Freundin des gewalttätigen Vaters eine Schneeschaufel und schlägt die Tagesmutter damit nieder. Als sie am Boden liegt, fügt ihr der Vater noch mehrere Knochenbrüche im Gesicht zu. Danach flüchten die beiden.

Als die Polizei eintrifft, verhüllt die Frau ihre Verletzungen so gut es geht, die Kinder in ihrem Haus sollen nicht erschreckt werden: "Ich will nicht, dass mein Haus für sie ein Ort wird, an dem etwas Schreckliches geschehen ist. Für viele ist es ihr zweites Zuhause", sagt Martha.

"Jede Mutter würde das tun"

"Für mich war das nicht heldenhaft", erklärt die Amerikanerin. "Für mich war es etwas, das ich tun musste. Ich bin die Mutter dieser Kinder, solange sie bei mir sind. Ob ich wusste, das er mir wehtun würde? Ja. Habe ich gehofft, er würde es nicht tun? Natürlich. Aber würde ich es wieder tun? Auf jeden Fall! Es ist das, was jede Mutter tun würde."

Das gewalttätige Pärchen wurde mittlerweile festgenommen, Marthas heldenmutiger Einsatz für ihre Kleinen und das Bild ihres geschundenen Gesichts gehen um die Welt: Um für ihre vollständige Genesung zu sorgen, wurde auf der Plattform "Gofundme" ein Spendenkonto für die tapfere Frau eingerichtet. Bislang sind mehr als 40.000 Dollar für Martha eingegangen.

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