POLITIK
06/12/2015 04:40 CET | Aktualisiert 06/12/2015 12:54 CET

Schicksalhafte Regionalwahlen: Warum die Franzosen Gefahr laufen, eine fatale Entscheidung zu treffen

dpa

Drei Wochen nach den Anschlägen in Paris haben in Frankreich die Regionalwahlen begonnen. Rund 44,6 Millionen Franzosen können am Sonntag in der ersten Runde über die Machtverhältnisse in den neu gebildeten Regionen bestimmen. Es ist die letzte landesweite Entscheidung vor der Präsidentschaftswahl 2017.

Mit Spannung - und Besorgnis - wird vor allem erwartet, wie die Rechtspopulisten des Front National abschneiden. Die Partei unter Führung von Marine Le Pen könnte als stärkste Kraft aus dem Votum hervorgehen.

Denn: Die Vorhersagen räumen LePen hohe Chancen ein. Nach Umfragen können die Rechtsextremen im ersten Wahlgang mit rund 29,5 Prozent rechnen, das bürgerliche Bündnis um die Republikaner von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy liegt einen Punkt dahinter. Die Sozialisten von Staatschef François Hollande landen danach zusammen mit einer linken Partei (PRG) bei 23 Prozent.

Die Terrorangst spielt LePen in die Hände. Nach den Anschlägen haben viele Franzosen das Gefühl, dass die Rechtspopulistin recht hat mit ihrem asylkritischen Kurs. Die Furcht vor illegal eingereisten, als Flüchtlingen getarnten Terroristen gibt LePen erneut Aufschwung.

LePen gewinnt bereits seit 2007 stetig an Stimmen dazu. Ihre Chancen bei der aktuellen Regionalwahl sind vor allem deswegen so gut, weil nationale Themen - Sicherheit, Immigration, Terrorgefahr - vorherrschend für den Ausgang des Votums sein dürften.

Gewählt wird in zwei Durchgängen. Sollte beim ersten Wahlgang am 6. Dezember keine der politischen Parteien die absolute Mehrheit erreichen, wird am 13. Dezember ein zweiter Durchgang fällig. Für die Teilnahme ist das Überschreiten der Zehn-Prozent-Hürde Voraussetzung. Dafür dürfen Parteien ihre Listen zusammenlegen.

Nach den Terrorattacken im November findet der Wahlgang unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt. Abstimmungslokale werden von Militär und Polizei gesichert. Die Angst vor einem weiteren Anschlag in der französischen Hauptstadt ist groß.

mit Material von dpa

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