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06/12/2015 08:58 CET | Aktualisiert 10/12/2015 12:24 CET

Großartiger Erfolg: Niederösterreich bezieht 100 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energien

Österreich ist einen Schritt gegangen, von dem Deutschland noch weit entfernt ist
Neil Farrin / robertharding via Getty Images
Österreich ist einen Schritt gegangen, von dem Deutschland noch weit entfernt ist

Während in Paris die großen Machthaber dieser Welt über Klimaziele feilschen, hat eine Region in Europa etwas erreicht, das die allermeisten für unmöglich halten dürften.

Die Rede ist von Niederösterreich: In dem größten Bundesland Österreichs kommen seit diesem Jahr 100 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien.

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Damit hat die Regierung der 1,6 Millionen-Einwohner-Region einen ehrgeizigen Plan Wirklichkeit werden lassen, den sie sich vor sechs Jahren vorgenommen hatte. 2007 hatte Niederösterreich angekündigt, bis Ende 2015 vollständig auf fossile Brennstoffe verzichten zu wollen.

Hauptlieferant des sauberen Stroms ist Wasserkraft

Damals hielten sicherlich viele dieses Ziel für unerreichbar. Das österreichische Bundesland aber hat es geschafft- und noch dazu pünktlich. “Wir sind unabhängig von Strom aus fossilen Energieträgern”, konnte Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) Ende November vermelden.

Zum Vergleich: Der Anteil erneuerbarer Energien bei der Stromerzeugung in Deutschland lag 2014 gerade mal bei 27,8 Prozent.

Ein Großteil des Stroms in Niederösterreich (63 Prozent) stammt aus Wasserkraft und 26 Prozent aus Windkraft. Der Rest setzt sich aus Biomasse und Photovoltaik zusammen.

niederoesterreich

Credit: HuffPost

Erreicht hat Niederösterreich diesen großartigen Erfolg dank zwei wichtiger Faktoren: Einem langfristigen, konsequenten Plan und der Bereitschaft, massiv Geld in das Projekt zu investieren.

Seit 2002 sind in dem Bundesland rund 2,8 Milliarden Euro in den Ausbau von Ökostrom geflossen. Die Anstrengungen sind nun aber noch nicht vorbei. Da der Strombedarf stetig steige, sei ein weiterer Ausbau notwendig, sagte Pröll.

Vorreiter Niederösterreich muss in anderen Bereichen noch nachziehen

Bei der Stromerzeugung ist Niederösterreich ein weltweiter Vorreiter. Das nächste Ziel der Region ist es, bis 2030 die Hälfte des gesamten Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien zu beziehen.

Da hat das Bundesland rund um Wien auch noch einigen Nachholbedarf. So vorbildlich es beim Strom ist, so inkonsequent ist es teilweise im Umgang mit Kohlekraft, dem klima- und gesundheitsschädlichsten Energieträger. Der nächste Schritt wäre, das Kohlekraftwerk Dürnrohr abzuschalten, das noch immer in Betrieb ist.

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