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05/12/2015 10:12 CET | Aktualisiert 05/12/2015 10:13 CET

Klimagipfel: Diese Entscheidung aus Paris wird über das Leben von Millionen Menschen bestimmen

Getty

Der Weltklimagipfel in Paris konnte bisher kaum diplomatische Erfolge vermelden. Besonders die Frage um die Finanzen verhärtete bislang die Fronten.

Größter Streitpunkt: Die ärmsten Länder wurden in der Vergangenheit von den Folgen des Klimawandels durch Dürren und Katastrophen besonders schwer getroffen. Sie fordern schon seit längerem Entschädigungsgelder von Industrieländern. Diese wiederum sahen sich mit einem gerechtfertigten Vorwurf konfrontiert, müssen aber mit der Verteilung von Geldern in oftmals korrupte Staatssysteme Vorsicht walten lassen.

Ein Kompromiss könnte jetzt den Durchbruch bringen. Laut einem Bericht von "Spiegel Online" haben Unwetter-Versicherungen eine ernsthafte Chance, Teil des finalen Weltklimavertrags zu werden. Insgesamt über rund 386 Millionen Dollar wollen Industriestaaten in Versicherungen für ärmere Länder stecken, Deutschland will sich mit 150 Millionen Euro beteiligen. Von der Initiative sollen vor allem Länder in Afrika, Mittelamerika, Südostasien und Inselstaaten profitieren.

Die Abmachung könnte armen Ländern dringend benötigten Schutz auf mehreren Ebenen bieten. Arme Staaten, aber auch einzelne Bürger, sollen durch die Gelder in Zukunft die Möglichkeit haben, sich erschwinglich gegen Naturkatastrophen abzusichern. Durch die indirekte finanzielle Unterstützung und die harschen Vorschriften soll zudem Korruption so gut wie möglich verhindert werden, damit Auszahlungen im Schadensfall auch wirklich dort ankommen, wo sie benötigt werden.

Bereits existierende Projekte zeigen die Effizienz von Klimarisiko-Versicherungen. "Solche Versicherungen gibt es schon jetzt für afrikanische Bauern", so Gernot Klepper vom Kieler Institut für Weltwirtschaft im Interview mit der "Tagesschau". "Wenn sie durch Dürre ihr Saatgut verlieren, kann eine Versicherung rasch mit Geld oder Lebensmitteln reagieren. Das kann Extremereignisse abfedern - auch wenn der Klimawandel insgesamt natürlich nicht versicherbar ist." Die Versicherungsfirma Munich Re versichert zudem seit 2005 Umweltschäden in Teilen Afrikas – über 1,3 Millionen Menschen sollen bereits davon profitiert haben.

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