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04/12/2015 17:16 CET | Aktualisiert 04/12/2015 19:18 CET

Die Großstadt der Zukunft: Dieser revolutionäre Plan könnte unsere Metropolen völlig verändern

Aktuell versuchen sich die Mächtigen der Welt beim 21. Weltklimagipfel in Paris auf eine gemeinsame Strategie im Kampf gegen den Klimawandel zu einigen.

Ein Punkt, der Klimaschützer, Politiker und Stadtplaner gleichermaßen beschäftigt, ist das Modell der "Grünen Stadt". Die Stadt der Zukunft muss gleichzeitig lebendig und nachhaltig sein.

Denn die Städte stehen vor einer gewaltigen Aufgabe. In den nächsten Jahrzehnten wird der allergrößte Teil der Menschheit in Städten leben. Dutzende neue Megacities entstehen auf der ganzen Welt. Einer der größten Herausforderungen der nächsten Jahre ist es daher, in den Städten Wohn- und Arbeitsraum zu schaffen, ohne dass die Lebensqualität und die Umwelt darunter leidet. Denn Städte sind gleichzeitig der Ort auf der Welt, an dem am meisten des schädlichen Klimagases CO2 entsteht.

Einen spektakulären Plan, wie eine "Großstadt der Zukunft" - in diesem Fall Stockholm - aussehen könnte, hat nun das Stockholmer Architekturbüro Andres Berensson Architects präsentiert.

So soll die schwedische Hauptstadt einmal aussehen:

Das neue Hafenviertel

waterfront

Das Bild zeigt das geplante neue Hafenviertel der 900.000-Einwohner-Metropole. Die zentrale Idee ist, dass in diesem neuen Viertel so viele Menschen wie möglich, ohne die Umwelt zu beeinträchtigen, untergebracht werden sollen. 5.800 Appartements, 8.000 Büros und etwa 300 Geschäfte sollen entstehen.

Nach dem Willen der Architekten sollen 90 Prozent der dortigen Bewohner oder Angestellten eine spektakuläre Aussicht auf den westlich der Stadt gelegenen Mälarsee genießen können. Die Häuser sollen unterschiedlich hoch werden und jeweils zwischen vier und sieben Etagen zählen. Auf den Dächern sind Grünflächen geplant.

Das sieht auf den ersten Blick nicht besonders nachhaltig aus. Aber je enger Menschen wohnen und je kürzer ihr Weg zur Arbeit ist, je weniger Energie verbrauchen sie. Sie sparen sich zum Beispiel das Auto und auch Kosten und Rohstoffe für Infrastruktur wie Straßen verteilen sich auf mehr Menschen. Das Vorbild für diese Art der Städteplanung sind die alten Stadtzentren Europas. Dort liegen Wohnungen, Geschäfte und Arbeitsplätze meist sehr nah beisammen. Dieses Vorbild entdecken jetzt immer mehr Architekten wieder.

Das Besondere an dem Projekt in Stockholm: Bisher wurden die neuen Architekturkonzepte, die die alten Stadtzentren kopieren, kaum mit Hochhäusern umgesetzt. Tübingen zum Beispiel erprobt solche Modelle eher mit kleinen Stadthäusern.

Moderner urbaner Wohnraum

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Aber wie wollen die Architekten ihr Ziel genau erreichen?

"Unser Ziel sind Gebäude, die auf ihre wichtigsten Bestandteile beschränkt sind: Ein Treppenhaus, das umgeben von Wohnungen ist." So entstehen laut den Architekten Türme, die nur wenig Grundfläche und wenig Baumaterial benötigen - auch das ist ein Teil des ökologischen Konzeptes. Wie viel Rohstoffe die Gebäude für Stockholm im Vergleich mit einem herkömmlichen Viertel sparen würden, ist allerdings nicht bekannt.

"Trotz der kleineren Grundflächen, kann man bei der Einrichtung der Wohnungen viel flexibler sein und mehr Wert auf Faktoren wie die Aussicht oder die Lichtbedingungen legen", versprechen die Architekten. Dazu könnten unter anderem die fehlenden Wände in den Wohnungen beitragen. Da sowohl Höfe, als auch Dachterrassen von öffentlichen Fußwegen gekreuzt würden, seien große Teile der Gebäude zudem für die Öffentlichkeit zugänglich.

Der Skywalk

skywalk

Der wohl spektakulärste Teil des Projekts ist der Skywalk: Eine lange Brücke, die die verschiedenen Terrassen auf den Dächern der Häuser miteinander verbindet. Die Stockholmer können ihre Nachbarschaft so aus einer ganz neuen Perspektive kennen lernen. Ein weiterer Vorteil: Die Parks auf den Dächern sind eine Art Garten für die Stadtbewohner. Trotz der engen Bebauung gibt es also auch Raum für Grün und die Natur. Forscher haben vielfach nachgewiesen, dass Dachgärten das Stadtklima signifikant verbessern.

Die neue Innenstadt

innenstadt

Die Architekten haben auch eine neue Stockholmer Innenstadt geplant. Es wäre künftig der am dichtesten besiedelte Teil der Metropole, sowie die Gegend mit den höchsten Häusern. "Wegen seiner Lage eignet sich der neue Stadtteil sehr gut für Wolkenkratzer, trotzdem würden nur sehr wenige bestehende Wohnhäuser von diesen Gebäuden beeinträchtigt werden - sei es durch deren Schatten oder durch eine versperrte Aussicht", erklärten die Architekten auf Anfrage der "Huffington Post". Durch die Nutzung erneuerbarer Energien und einer Fernwärmeheizung würden die Neubauten zudem viel Energie sparen.

Bleibt zu hoffen, dass die Entwürfe tatsächlich realisiert werden - und dass sie möglichst viele Städte auf der Welt inspirieren. Denn im Ergebnis würden sie unsere Metropolen völlig verändern - sie würden grüner, lebenswerter, umweltfreundlicher und schicker.

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