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03/12/2015 06:04 CET | Aktualisiert 03/12/2015 11:14 CET

Billiges Palmöl in mehr Nahrungsmitteln

Auch in Nutella ist Palmöl enthalten.
Thinkstock
Auch in Nutella ist Palmöl enthalten.

Es steckt in Fertiggerichten, Kosmetik, Schokocreme und dient auch als Bio-Treibstoff: Palmöl wird in immer mehr Lebensmitteln verarbeitet. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Ratgeberportals Codecheck, die am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde.

Die Experten haben dieses Jahr 86.512 Lebensmittel untersucht und davon 13 Prozent als palmölhaltig deklariert. 2012 waren es noch 6,5 Prozent der 28.488 getesteten Produkte. Ein Grund dafür: Seit vergangenem Dezember müssen in der EU alle Produkte mit Palmöl einen entsprechenden Hinweis haben. Vorher wurde das Öl meist nur als "Pflanzenfett" deklariert.

Palmöl: Das unsichtbare Gift für unsere Gesundheit

Palmöl - für Essen und Pflege

Zur Veranschaulichung: Vier Momente, in denen man mit Palmöl in Berührung kommen kann:

  • Beim Tanken: Vermehrt wird auch als Bio-Treibstoff verwendet.
  • Am Herd: Palmöl kommt beim Kochen und Braten zum Einsatz. Auch in jedem vierten Asia-Fertiggericht wurde das Öl festgestellt.
  • Beim Frühstück oder bei der Brotzeit: Inzwischen steckt das Öl dem Bericht zufolge auch in jeder dritten Schoko-, Nuss- und Milchcreme oder Wurstware Palmöl.
  • Im Badezimmer: Palmöl befindet sich laut Codecheck auch in zahlreichen der 96.000 analysierten Kosmetikprodukte - unter anderem waren 49,8 Prozent der Augenpflegemittel als palmölhaltig deklariert, bei Gesichtscremes waren es 44 Prozent und bei Make-ups 42 Prozent. Insgesamt sei die Anzahl der Kosmetikprodukte mit Palmöl-Deklaration seit 2012 jedoch um ein Prozent gesunken.

Kritik an Palmöl-Einsatz

Experten jedoch kritisieren den Einsatz des billigen Fettes – zum Beispiel wegen der Umwelt. Denn für Ölpalmen-Plantagen wird Regenwald zerstört, der nicht nur für Tiere und Pflanzen, sondern auch für die Regulierung des Weltklimas wichtig ist, so Umweltschützer.

Beim Import von Palmöl achten deutsche Unternehmen nach einer Studie der Umweltschutzorganisation WWF inzwischen zumindest häufiger auf Umweltstandards. Immerhin 62 Unternehmen nutzten inzwischen ausschließlich zertifiziertes Palmöl. Beim vorausgegangenen Test vor zwei Jahren waren es lediglich 29 Firmen.

Öl nicht grundsätzlich schlecht

Die Welthungerhilfe betonte jüngst: "Palmöl ist nicht grundsätzlich schlecht. Wenn die Palmen auf Brachland oder auf Flächen angebaut werden, die vorher schon landwirtschaftlich genutzt wurden, und wenn Kleinbauern mit fairen Lieferverträgen an der Produktion beteiligt werden, dann haben alle etwas davon."

Nach WWF-Angaben hat die Ölpalme mit durchschnittlich 3,69 Tonnen Öl pro Hektar (t/ha) den höchsten Ertrag unter den Ölpflanzen. Der Ertrag von Raps betrage 1,33 t/ha, von Sonnenblumen 0,86t/ha und von Kokospalmen 0,77 t/ha.

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