POLITIK
03/12/2015 11:40 CET | Aktualisiert 03/12/2015 11:41 CET

Muslimische Kinder beten vor der Schule - jetzt klagen die Eltern

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Wegen eines Fotos, das betende Kinder vor einer Schule zeigt, muss das Mirfield Gymnasium im britischen West Yorkshire mit einer Klage rechnen.

Die Schule soll muslimischen Kindern verboten haben, in der Schule zu beten. Dutzende Jugendliche sollen dadurch der Kälte und dem Regen vor der Schule ausgesetzt worden sein.

Die Familien der Schüler behaupten, dass die Aula der Schule bisher für Gebete genutzt worden sei. Doch nun sei den Schülern die Erlaubnis dafür entzogen worden sein.

Diese geben an, dafür bestraft worden zu sein, in der Schule zu beten. Manchen seien sogar "letzte Warnungen" ausgesprochen worden.

Die Schule hält dagegen, dass die Aula nie zuvor als Gebetsraum genutzt worden sei. Direktorin Lorraine Barker sagte, dass das Gymnasium mehrheitlich christlich geprägt sei und es noch nie, egal für wen, einen Gebetsraum gegeben hätte.

Schließlich schalteten die Eltern einen Anwalt ein. Dieser behauptet, dass die Eltern seit über einem Jahr versucht hätten, die Situation mit der Schule in den Griff zu bekommen und eine Lösung zu beiderseitiger Zufriedenheit zu finden. Allerdings sei dies unmöglich gewesen.

Anwalt Yunus Lunat argumentiert, dass die Kinder teilweise durchgefroren und durchnässt in den Unterricht zurückkehrten und ihre konzentrierte Teilnahme am Unterricht daher eingeschränkt sei. Man befürchte, dass der Zustand sich auf Dauer negativ auf die Leistungen der Schüler auswirken könne.

Auch der Vorsitzende einer nahegelegenen Moschee bezeichnet das Handeln der Schule als schändlich und entwürdigend.

Akooji Badat meint, es gäbe bereits eine Petition, die von 70 Schülern unterschrieben worden sei und diverse Gespräche mit Lokalpolitikern, aber die Schule sei für keinerlei Kompromiss zugänglich. Selbst seine eigene Moschee hätte angeboten, die Schule finanziell zu unterstützen, falls die Einrichtung eines Platzes, an dem die Schüler beten dürfen, Kosten aufwerfen würde.

Es gibt allerdings auch eine erschreckende Meldung über die Schule.

Einer der Oberstufenschüler, der 17-jährige Talha Asmal, ist nach Syrien geflohen, um sich dem Islamischen Staat anzuschließen. Dabei sei er bei einem Selbstmordattentat im Juni umgekommen, als er ein mit Sprengstoff beladenes Auto im Nordirak in eine Ölraffinerie fuhr.

Experten vermuten, dass sich Menschen, die des Öfteren ausgegrenzt oder diffamiert wurden, schneller radikalisieren oder sich fanatischen Gruppierungen anschließen.

Ob hier ein Zusammenhang mit den Vorgängen an der Schule besteht, ist unklar. Allerdings ist der Anwalt der Familien entrüstet darüber, dass diese Meldung mit dem aktuellen Verfahren in Verbindung gebracht wird.

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