WIRTSCHAFT
03/12/2015 07:03 CET | Aktualisiert 26/01/2016 06:46 CET

Das macht Ikea während des Einkaufs mit Kunden - und die ahnen nichts

dpa
Kunden bei Ikea

Ikea investiert viel in ein gutes Image: innovative Werbespots, nachhaltige Produkte und Arbeitsplätze für Flüchtlinge. Diese positiven Kampagnen sollen noch mehr Kunden in die Filialen des schwedischen Möbelhauses locken.

Aber das ist nicht alles. Denn Ikea hat noch weitere Strategien, um die Kunden zum Einkaufen zu verführen:

1. Die Preise im Ikea-Restaurant

Ein Hot-Dog für einen Euro, ein Frühstück für 1,50 Euro. Mit solchen niedrigen Preisen lockt Ikea die Kunden in seine Geschäfte. Mit 1,5 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr mit Köttbullar & Co. ist das Möbelhaus auch beim Essen sehr erfolgreich.

Aber warum sind die Gerichte bei Ikea so billig? Der ehemalige Ikea-Mitarbeiter Chris Spear erklärte vor kurzem in den Sozialen Netzen: "Ikea will beim Essen den absolut günstigsten Preis im Umkreis von rund 50 Kilometern bieten – selbst wenn sie damit Verluste machen.“

Ikea wolle, dass die günstigen Preise auf die Möbel projiziert werden. Dann kaufen Kunden mehr, weil sie glauben, es nirgendwo günstiger zu bekommen. Auch wenn das gar nicht stimmt.

2. Abzock-Kreditkarte

Fast jedes Unternehmen bietet inzwischen eine Kundenkarte an, mit denen sich der Käufer Rabatte und Angebote sichern kann. Daran gibt es erstmal nichts zu kritisieren.

Ikea aber wählt aber eine besonders kluge Strategie, mit der sich der Konzern von vielen anderen Unternehmen unterscheidet: Der Name der Family-Karte suggeriert dem Kunden, zu einer großen, sympathischen Familie zu gehören - das bindet enorm. Werbepsychologen haben hier ganze Arbeit geleistet.

Und das ist noch nicht alles. Inzwischen bietet das Unternehmen auch eine "Family-Bezahlkarte". Was eigentlich ganz harmlos klingt, kritisieren Verbraucherschützern stark.

Denn dahinter steckt eine ganz normale Kreditkarte der Ikano-Bank. Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt vor zu hohen Zinsen.

"Für einen mit dieser Karte aufgenommenen Kaufkredit verlangt die mit IKEA kooperierende IKANO-Bank einen effektiven Jahreszins von 14,95 Prozent. Vergleichbare Kredite sind bei anderen Anbietern schon für etwa sechs Prozent jährlich zu haben", schreibt die Verbraucherzentrale Hamburg in ihrer Mitteilung.

Der ahnungslose Kunde assoziiert die "Family-Bezahlkarte" natürlich die kostenlose "Ikea-Family-Card", bei der es sich wirklich um eine normale Kundenkarte handelt, weswegen er gutgläubig zugreift.

3. Der Trick mit den Taschen

Sie liegen fast hinter jeder Abbiegung: Die gelben, großen Taschen, die der Kunde mit reichlich Kleinkram füllen kann, den er eigentlich nicht braucht.

Die Idee dahinter: Durch die großen Taschen bleiben die Hände des Kunden immer frei. So kann er zu einen die Möbel noch besser begutachten. Zum anderen kann er so problemlos die Nummern für das Selbstbedienungsregal zu notieren. Ziemlich klug, Ikea.

tasche

4. Kleiner Supermarkt mit großer Wirkung

Nachdem die Einkäufe endlich bezahlt sind, geht es direkt weiter in den kleinen Supermarkt von Ikea - der ist praktischerweise direkt hinter der Kasse positioniert. Der Kunde kommt also in jedem Fall an den Regalen mit den schwedischen Spezialitäten vorbei. Oft nimmt er dann "eine Kleinigkeit" mit und sieht es als netten Zusatzservice.

Was viele Kunden dabei aber nicht ahnen: Der Umsatz aus Köttbullar, Haferkeksen und Knäckebrot aus dem eigentlich kleinen Supermarkt ist für Ikea eine entscheidende Einnahmequelle. Denn alleine mit dem Verkauf von Köttbullar erzielt das schwedische Möbelhaus inzwischen mehr Umsatz als mit dem Regalklassiker Billy.

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