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03/12/2015 12:49 CET | Aktualisiert 04/12/2015 09:35 CET

Gesundheit in Deutschland: Das sind die häufigsten Krankheiten

lzf via Getty Images
Wie gesund ist Deutschland? Der Gesundheitszensus hat es erhoben.

Die Medizin kann ansehnliche Erfolge im Kampf gegen Infektionskrankheiten und Krebs feiern. Doch in der alternden deutschen Gesellschaft nehmen chronische Erkrankungen zu. Und die Lebensbedingungen können zu Wohlstandserkrankungen führen, sichtbar unter anderem an der zunehmenden Zahl stark übergewichtiger Menschen.

Das sind Erkenntnisse des Berichts "Gesundheit in Deutschland" 2015 des Robert-Koch-Instituts (RKI), der am Donnerstag in Berlin vorstellt wurde. Rund 130 Wissenschaftler haben drei Jahre an dem 384-seitigen Bericht - eine Art Gesundheitszensus - gearbeitet. Die sieben wichtigsten Fakten im Überblick:

  • In der (alternden) deutschen Gesellschaft bestimmen chronische Leiden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Muskel-Skelett-Beschwerden wie Rückenschmerzen, Krebs oder Diabetes das Krankheitsgeschehen. Infektionskrankheiten von Tuberkulose bis Masern verursachen zwar noch immer viele Krankheitsfälle. Doch 2013 rangierte unter den zehn häufigsten Todesursachen in Deutschland nur noch eine Infektionskrankheit: die Lungenentzündung.
  • Die häufigsten Todesursachen sind weiterhin Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall mit 39 Prozent. In den vergangenen Jahrzehnten sanken jedoch - aufgrund besserer Prävention, Therapie und Versorgung - Neuerkrankungen und Sterblichkeit in diesem Bereich.
  • Bei Krebs kam es zwar zu einem Anstieg der Neuerkrankungen um 16 Prozent, was vor allem auf die Alterung der Gesellschaft zurückzuführen ist. Allerdings sind für die meisten Krebsarten die Sterblichkeitsraten zurückgegangen.

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  • Welche chronische Erkrankung bereitet die größten Sorgen? Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Bei etwa 7,2 Prozent der Erwachsenen bis 79 Jahren oder 4,6 Millionen Menschen ist ein Diabetes mellitus bekannt. Zwei Prozent aller Erwachsenen haben einen unerkannten Diabetes mellitus.

    Die steigenden Fallzahlen bei der Zuckerkrankheit in den vergangenen Jahren könnten nur zum Teil durch die gesellschaftliche Alterung erklärt werden. Ursache für könne nicht nur eine verbesserte Früherkennung sein, sondern auch ein veränderter Lebensstil.

  • Starkes Übergewicht (Adipositas) ist ein Folgeerscheinung - eine typische Wohlstanderscheinung -, da viele Menschen essen zu viel und sich zu wenig bewegen. Zivilisationskrankheiten nennt man dies. Manche sprechen gar von der "Volkskrankheit" Bewegungsmangel.
  • Der Anteil der Übergewichtigen bei Erwachsenen hat sich in den vergangenen Jahren auf hohem Niveau stabilisiert. Bei jungen Männern vor allem ist der Anteil stark Übergewichtiger dagegen deutlich gestiegen. Auch bei Kindern und Jugendlichen hat der Anteil Übergewichtiger seit den 1990er Jahren zugenommen.

    Der Anteil stark Übergewichtiger hat sich sogar verdoppelt. Heute sind fast ein Viertel der Erwachsenen und etwa sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen stark übergewichtig. Starkes Übergewicht erhöht wiederum die Gefahr einer chronischen Erkrankung. Und dabei gilt: "Je niedriger der soziale Status, desto häufiger treten Übergewicht und Adipositas auf." Mit anderen Worten:

  • Die soziale Herkunft entscheidet mit über das gesundheitliche Wohl der Menschen. Das hebt der Bericht hervor. Gutverdiener achten im Schnitt mehr auf ihre Gesundheit und leben länger als Geringverdiener. Allerdings ist dies keine sonderlich neue Erkenntnis.
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