POLITIK
03/12/2015 01:38 CET

Briten bombardieren den IS in Syrien, nur Stunden nach dem Beschluss des Parlaments

dpa
Nur Stunden nach dem Beschluss: Briten bombardieren IS in Syrien

Großbritanniens Reaktion kam schnell. Schon am frühen Donnerstagmorgen bestätigte das britische Verteidigungsministerium, dass die Luftwaffe erstmals Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien beschossen hat – bislang war das nur im Irak geschehen.

Erst am späten Mittwochabend hatte das britische Parlament einer Ausweitung des Einsatzes zugestimmt, mit deutlicher Mehrheit. So votierten nicht nur Mitglieder der konservativen Regierungspartei dafür, sondern auch mehr als 60 Abgeordnete der oppositionellen Labour-Partei, deren Chef als Pazifist gar nichts von dem Beschluss hält.

Befürworter der Einsätze hoffen auf mehr Sicherheit für das eigene Land. Premierminister David Cameron sagte nach der Abstimmung: "Es ist die richtige Entscheidung für die Sicherheit des Vereinigten Königreichs.“ Außenminister Philip Hammond sagte der BBC, Militärschläge alleine könnten die Terroristen zwar nicht besiegen. Doch das Land sei durch den Entschluss sicherer geworden.

Kritiker glauben dagegen nicht, dass britische Bomben einen entscheidenden Unterschied machen. Sie fürchten, dass es an Bodentruppen und einer nachhaltigen Strategie fehlt. Demonstranten auf dem Platz vor dem Westminster-Parlament quittierten die Entscheidung der Abgeordneten in der Nacht mit Buh-Rufen und Pfiffen.

Cameron hatte seit Monaten für die Ausweitung des Kampfeinsatzes plädiert, doch erst nach den Anschlägen von Paris schwenkte eine klare Mehrheit der Abgeordneten auf seinen Kurs ein. Die USA hatten am Mittwoch die Nato-Partner aufgefordert, sich noch stärker an der Bekämpfung des IS zu beteiligen. Bisher halfen die Briten in Syrien bei der Luftüberwachung und mit der Betankung von Kampfflugzeugen.

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