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03/12/2015 03:08 CET | Aktualisiert 03/12/2015 12:27 CET

War es ein Terroranschlag? 7 Fakten über die Täter von San Bernardino

Die Täter waren gut ausgerüstet und professionell. Schwerbewaffnete Angreifer haben an der Behinderteneinrichtung Regional Inland Centre in Kalifornien ein Blutbad mit 14 Toten angerichtet und mehr als ein Dutzend Menschen verletzt. Zwei Verdächtige - ein Mann und eine Frau - sind bei einer anschließenden Verfolgungsjagd und einem Feuergefecht mit Beamten umgekommen.

Amerika rätselt über das Tatmotiv. War dies ein Terrorschlag? Das FBI prüfe neben einem möglichen gewaltsamen Arbeitsplatzdisput auch einen möglichen terroristischen Hintergrund, sagte ein Sprecher. "Die Information, die wir haben, ist, dass sie vorbereitet kamen", sagte der Polizeichef von San Bernardino, Jarrod Burguan, über die Täter. "Als wären sie auf einer Mission." Man müsse "zumindest von einer einheimischen terroristischen Situation" gesprochen werden.

US-Präsident Barack Obama sagt jetzt: "Es ist möglich, dass das Attentat ein Terroranschlag war." Hier ist, was bisher über das Blutbad bekannt ist:

1. Sie waren schwer bewaffnet. Die beiden Toten hätten ein Gewehr und eine Handfeuerwaffe bei sich gehabt, teilte die Polizei mit. Sie trugen Tarnkleidung mit Munitionswesten, sagte Agentin Meredith Davis von der Polizeibehörde ATF, die unter anderem für die Bekämpfung des Schmuggels von Waffen und Sprengstoff zuständig ist. Außerdem verdeckten sie ihre Gesichter mit Masken. Das spricht dafür, dass sie unerkannt entkommen wollten.

2. Es wurde eine Bombe gefunden. Am Regional Inland Centre wurde ein Sprengsatz gefunden, um den sich ein Bombenentschärfungskommando kümmerte. Bei der Verfolgungsjagd schleuderte das Paar zudem eine Bombenattrappe aus dem Wagen, sagte Davis.

3. Einer der Täter war ein ehemaliger Angestellter der Einrichtung. Obwohl die Täter Masken trugen, konnte er identifiziert werden. Demnach wäre es möglich, dass es sich nicht um einen Terrorakt, sondern um einen individuellen Racheakt handelt. Doch auch diese Theorie ist noch nicht belegt.

4. Die Täter hatten einen arabisch-muslimischen Hintergrund. Der TV-Sender NBC berichtete am frühen Abend unter Berufung auf "mehrere Quellen aus mehreren Behörden", dass zwei der Täter als Syed F. und dessen Bruder identifiziert worden seien. Bei der getöteten Frau soll es sich um eine 28-jährige Katarerin gehandelt haben.

5. Syed F. hatte sich mit Kollegen und Vorgesetzten zerstritten. Er soll das Gebäude gestern während einer Weihnachtsfeier betreten haben und nach einem erneuten Streit verlassen haben. Das würde die Theorie vom persönlichen Racheakt stützen.

california shooting

Polizisten gehen in Stellung

6. Syed F. ist Vater eines Kindes. Das Boulevardblatt "Daily News" in New York zitierte seinen Vater, der als Umwelt- und Gesundheitsspezialist für den County San Bernardino gearbeitet habe. Syed sei verheiratet, Vater und gläubiger Muslim gewesen. Er habe zu ihm aber seit der Scheidung von seiner Frau keinen Kontakt mehr gehabt.

7. Nach der Tat verhielten sich die Täter nicht sehr geschickt. Offenbar benutzen sie für die Flucht ihr eigenes Fahrzeug, was ihre Identifizierung sehr einfach machte. Danach fuhren sie zu ihrer Wohnung in Redlands. Stunden später rückten Beamte dort an, wobei sie einen verdächtigen dunklen Geländewagen wegfahren sahen. Die Polizisten nahmen die Verfolgung auf. Dabei verunglückte der Wagen, woraufhin es zu einem Feuergefecht zwischen Insassen und Beamten kam. Die Verdächtigen wurden getötet, ein Beamter leicht verletzt. Zwischen der Tat und dem Zugriff der Polizei waren vier Stunden vergangen. In dieser Zeit hätten die Täter problemlos die Grenze zu Mexiko überqueren können.

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