WIRTSCHAFT
02/12/2015 11:10 CET | Aktualisiert 03/12/2015 04:22 CET

Milliarden-Mäzene: Die deutschen Zuckerbergs

Es ist eine unglaubliche Summe, die Mark Zuckerberg spenden will: Gemeinsam mit seiner Frau plant er, 99 Prozent seiner Facebook-Anteile in den kommenden Jahrzehnten in eine wohltätige Stiftung umzuwandeln. Nach derzeitigem Aktienkurs wären das rund 42,5 Milliarden Euro. Auch andere amerikanische Milliardäre wie Bill Gates oder George Soros sorgten in den vergangenen Jahren für Schlagzeilen, weil sie weite Teile ihres Vermögens für soziale Zwecke vermachen wollen.

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Solche exorbitanten Summen spenden deutsche Milliardäre bislang zwar nicht. Doch auch hierzulande gibt es einzelne Mäzene, die Milliarden-Summen ihres Vermögens für wohltätige Zwecke bereitstellten. „Besonders vorbildlich sind hierzulande die Gründer von SAP“, sagt eine Sprecherin des Bundesverbands Deutscher Stiftungen im Gespräch mit der Huffington Post.

Auch Reiche in Deutschland sind spendabel

Besonders umtriebig ist dabei der Mitbegründer des baden-württembergischen IT-Konzerns Dietmar Hopp. Vielen Deutschen ist er als Sponsor des Bundesliga-Klubs TSG Hoffenheim bekannt. Dem Verein spendierte er etwa ein neues Stadion. Doch Hopp setzt sich auch für die Menschen ein, die nicht so viel Glück hatten wie er.

So ist die Dietmar-Hopp-Stiftung mit einem Stiftungskapital von rund 4,3 Milliarden Euro ausgestattet - das Geld stammt ausschließlich aus Hopps Privatvermögen. Die Organisation fördert seit zwei Jahrzehnten gemeinnützige Projekte in den Bereichen Sport, Bildung, Soziales und Medizin - vor allem in der Metropolregion Rhein-Neckar.

Auch im Verhältnis zu vielen US-Mäzenen kann sich Hopps Engagement sehen lassen. Laut der Forbes-Liste von 2015 betrug sein Vermögen zuletzt gut 6,5 Milliarden Euro. Er hat also einen erheblichen Teil seines Besitzes bereits zu Lebzeiten gespendet. Und weitere Milliardenspenden dürften in den kommenden Jahren folgen.

Geld für die Forschung

Seit ihrer Gründung hat Hopps Stiftung, die zu den größten Europas zählt, fast eine halbe Milliarde Euro ausgeschüttet. Gerade erst spendierte der Stiftungs-Ableger Alla Hopp 19 Städten und Gemeinden in Hopps Heimatregion jeweils einen neuen Bewegungsparcours. „Bewegung in der Gemeinschaft macht mehr Spaß“, sagt der Mäzen. Er wolle Menschen jeden Alters die Möglichkeit geben, Sport zu treiben.

Auch der einstige Hopp-Kompagnion Klaus Tschira hat sich nicht lumpen lassen. Mit gut vier Milliarden Euro Stammkapital fördert er Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik in Bildung, Forschung und Wissenschaftskommunikation.

Einem Ranking des Bundesverbands Deutscher Stiftungen zufolge sind nur noch zwei Stiftungen in Deutschland mit mehr Kapital ausgestattet als Hopps Lebenswerk: die Robert-Bosch-Stiftung und die Kröner-Fresenius-Stiftung. Allerdings hatten die Gründer dieser beiden Hilfsorganisationen ihren Stiftungen zu Lebzeiten deutlich geringere Summen hinterlassen als der Walldorfer der Hopp-Stiftung. Selbst unter Einbeziehung der nach dem Tod der Stifter vererbten Aktienanteile, ist die von dem IT-Unternehmer bislang bereits gespendete Summe deutlich höher.

Klar ist zudem: Rechnet man sämtliche Stiftungen der vier SAP-Gründer und des Unternehmens selbst zusammen, kommt man sogar auf eine niedrige zweistellige Milliardensumme. Alleine der SAP-Stiftungsfonds verfügt über ein Kapital von 1,5 Milliarden Euro.

Eine immense Summe. Die Gesamtsumme aller deutschen Stiftungen des bürgerlichen Rechts beliefen sich im vergangenen Jahr dem Bundesverband Deutscher Stiftungen zufolge zusammengerechnet auf gut 100 Milliarden Euro. Im Vergleich zu den USA sind die Stiftersummen hierzulande allerdings noch immer gering.

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