POLITIK
02/12/2015 15:47 CET | Aktualisiert 03/12/2015 03:18 CET

Täter stürmten Weihnachtsfeier: Mindestens 14 Tote bei Massenschießerei in Kalifornien

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In einer Behinderteneinrichtung im kalifornischen San Bernardino haben mehrere Täter um sich geschossen. Die Polizei bestätigte, dass 14 Menschen bisher gestorben sind. 17 weitere wurden verletzt.

Nach der Gewalttat sind zwei Verdächtige getötet worden. Bei ihnen handele es sich um einen Mann und eine Frau, sagte der Polizeichef der Stadt San Bernardino, Jarrod Burguan, am Mittwoch. Ein weiterer mutmaßlicher Angreifer sei gefasst worden. Es sei aber nicht klar, ob er an der Tat beteiligt gewesen sei.

Drei Personen waren am Mittwoch mit Sturmgewehren und Schutzkleidung in die Einrichtung gekommen. Sie eröffneten sofort das Feuer. Ein erster Verdacht auf Sprengstoff in dem Gebäude schien sich nach dem Einsatz eines Roboters zur Bombenentschärfung nicht zu bestätigen.

Die beiden Getöteten saßen den Angaben zufolge in dem Geländewagen. Nach der Tat verfolgten Spezialkräfte den Wagen und stoppten und beschossen ihn. Ein Polizist sei bei einem Schusswechsel verletzt worden. Lebensgefahr bestand für ihn demnach nicht.

Die Hintergründe, der genaue Hergang oder ein Motiv blieben zunächst unklar. Laut Polizei kam es bei einer Feier in der Einrichtung zu einem Streit, woraufhin ein Mann diese verließ. Ob er es war, der mit den bewaffneten Angreifern zurückkehrte, sei unklar. Ein terroristischer Hintergrund könne aber auch nicht ausgeschlossen werden, sagte FBI-Ermittler David Bowdich. Man werde sich von den Fakten leiten lassen. "Dies ist ein Marathon, kein Sprint."

Der Ort des Geschehens liegt etwa eine Stunde östlich vom Zentrum Los Angeles entfernt. Unter strahlender Sonne trafen vor dem Komplex rasch immer mehr Angehörige von Menschen ein, die in dem Gebäude arbeiten. Ein Mann berichtete bei CNN, seine Tochter habe sich in ihrem Büro eingeschlossen. Weinend sagte er: "Ich habe mit ihr telefoniert, sie hat sich unter ihrem Schreibtisch versteckt."

Ein anderer Mann berichtete bei CBS am Telefon, seine Frau habe sich retten können. "Es geht ihr gut, Gott sei Dank. Unglaublich das alles, absolut gespenstisch." Eine Frau berichtete am ganzen Körper zitternd, die Schüsse seien auch außerhalb des Gebäudes gefallen. Brandon Hunt, Mitarbeiter des Zentrums, sagte: "Die Kollegen haben sich in Büros und Schränken versteckt." Das Geschehen spielte sich nach seiner Darstellung hauptsächlich in der Aula des Gebäudes ab.

Schwer bewaffnete Polizisten sicherten das Gelände umgehend. Sie begleiteten mehrere Gruppen von Menschen, die mit erhobenen Händen das Gebäude verließen. Im Inland Regional Center wird die Betreuung von Menschen mit Entwicklungsverzögerungen koordiniert. Die mehr als 670 Mitarbeiter bieten Programme für 30.000 Menschen an - vom Neugeborenen bis hin zu Senioren. Seit einem Jahr gibt es für die Angestellten auch Training im Umgang mit Amokschützen, wie eine Mitarbeiterin dem Sender CNN erzählte.

US-Präsident Barack Obama ließ sich laufend über die Ereignisse informieren, wie das Weiße Haus mitteilte. Beinahe alle Kandidaten des laufenden Präsidentschaftswahlkampfs äußerten sich auf Twitter oder in anderen Medien.

Hier sind die wichtigsten Ereignisse bisher in der Chronologie:

20:55 Uhr: Wie die Polizei vor Ort inzwischen bestätigt hat, soll es sich um bis zu drei Täter handeln.

21:00 Uhr: Wie der TV-Kanal Fox News berichtet, jagt die Polizei derzeit drei Tatverdächtige. Sie sollen Militärausrüstung tragen. Bisher ist diese Information nicht bestätigt.

21:03 Uhr: Lokale Medien berichten von bis zu 12 Toten. 20 Menschen sollen insgesamt getroffen worden sein.

21:12 Uhr: Die Täter scheinen immer noch auf der Flucht.

21:17 Uhr: Wie eine Sprecherin der Polizei sagte, sind die Täter "schwerbewaffnet" und tragen möglicherweise Schutzwesten. Die Polizei hat derzeit wohl keine Ahnung, wo die Täter sind.

21:27 Uhr: Die Schießerei spielte sich in einer Einrichtung für Behinderte ab. Sie waren wohl auch das Ziel der Schützen.

21:30 Uhr: Die Täter stürmten wohl eine Weihnachtsfeier in der Einrichtung. Die Polizei fahndet derzeit nach einem schwarzen SUV. Es handelt nach ersten Einschätzungen nicht um einen Amoklauf, sondern um eine gezielte Attacke der Einrichtung.

21:36 Uhr: Auch die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillarry Clinton hat sich zu Wort gemeldet. Sie fordert ein Ende der "Waffen-Gewalt".

03.10 Uhr: Die in dem Schusswechsel mit der Polizei getöteten Verdächtigen hätten Sturmgewehre und Handfeuerwaffen bei sich getragen. Sie haben zudem dunkle Kleidungsstücke getragen.

03.20 Uhr: Die Polizei durchsucht derzeit ein Haus in Redlands, südöstlich von San Bernardino, heißt es beim britischen Guardian.

03.41 Uhr: Der Zusammenhang zwischen dem Haus und der Schießerei ist weiterhin unklar. Dem Guardian zufolge haben mehrere Journalisten vor Ort einen Roboter in das Haus fahren sehen - möglicherweise zur Entschärfung eines Sprengsatzes. Danach habe man ein lautes Geräusch hören können.

05.14 Uhr: Den Berichten mehrerer US-Medien zufolge konnte einer der Verdächtigen identifiziert werden. Die New York Times berichtet, dass es sich um S.Faruk, einen Angestellten des Gesundheitsamts des Kreises San Bernardino, handelt. Die Zeitung beruft sich dabei auf ranghohe Ermittler. Noch ist allerdings nicht klar ob Faruk bei dem Schusswechsel getötet wurde oder die dritte, festgenommene Person ist. Es gibt bisher keine Bestätigung der Identität von Faruk S. von offizieller Seite.

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