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02/12/2015 07:20 CET | Aktualisiert 02/12/2015 10:08 CET

Anonymous legt Regierungs-Websites lahm, um eine Katastrophe zu verhindern

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Anonymous legt Regierungs-Websites lahm

Die Hacker-Gruppierung Anonymous hat zuletzt für Schlagzeilen gesorgt, als sie dem Islamischen Staat nach den Anschlägen von Paris den Kampf angesagt hat. Seither haben die Internet-Aktivisten diverse Twitter- und Facebook-Accounts von IS-Anhängern abgeschaltet und IS-Websites gehackt.

Doch jetzt hat Anonymous sich einen weiteren Gegner vorgenommen. Einen, der wohl kaum mit einem Angriff der Hacker gerechnet hat: Die Regierung von Island.

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Fünf Regierungs-Websites, darunter die offizielle Homepage des Premierministers, wurden am Freitagabend durch Anonymous abgeschaltet und blieben bis Samstagmittag offline, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Mit dem Angriff auf die isländische Regierung protestiert Anonymous gegen den Walfang, der seit 2006 wieder kommerziell von dem Inselstaat betrieben wird. Alleine im Jahr 2014 wurden 137 Finnwale und 22 Zwergwale getötet. Finnwale sind die zweitgrößtes Meeressäuger nach Blauwalen und gelten als bedroht.

Dieses Jahr dürfen bis zu 154 Finnwale und 229 Zwergwale getötet werden - diese Quote hat Island eigenmächtig erhöht.

island walfang

Damit widersetzt Island sich dem kommerziellen Walfang-Moratorium der International Whaling Commission (IWC), das seit 1986 besteht. Island und Norwegen sind die einzigen Länder, die sich dem Moratorium widersetzen und weiterhin Wale nach eigens auferlegten Quoten jagen. Ein Zustand, den Anonymous offenbar nicht länger hinnehmen wollte.

In einem Video, das Berichten zufolge von Anonymous veröffentlicht wurde, kündigt die Hacker-Gruppierung an, das dies nicht der einzige Angriff bleiben wird.

"Wale haben keine eigene Stimme", heißt es in dem Video. "Wir werden ihre Stimme sein. Es ist an der Zeit, sich gegen die bevorstehende Ausrottung einer Spezies auszusprechen. Es ist an der Zeit, Island wissen zu lassen, dass wir nicht dabei zusehen werden, wie diese Spezies in die Auslöschung getrieben wird."

Die Attacke zeigt, wie kritisch das Handeln des Kollektivs zu bewerten ist. Einerseits können die Hacker Gutes erreichen und sehr schnell und effektiv handeln. Andererseits stellen sie eine Macht dar, die ohne demokratische oder staatliche Legitimation Rechte für sich in Anspruch nimmt, die sonst nur den Strafverfolgungsbehörden zustehen.

Dass sich die Hacker nicht an Gesetze halten, keine Landesgrenzen kennen und technisch extrem versiert sind, macht sie effektiver als die Polizei. Aber eben auch kaum kontrollierbar.

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