POLITIK
30/11/2015 10:56 CET | Aktualisiert 01/02/2016 12:54 CET

"Ihr werdet geschlachtet": So soll Deutschland zum Gottesstaat werden

Erst Paris, jetzt Deutschland?
dpa/AFP Collage: Focus Online
Erst Paris, jetzt Deutschland?

2015-11-12-1447332656-6784274-Facebook2.jpg

Irgendwann, so der Traum deutscher Dschihadisten, würde Deutschland zu einem Gottesstaat werden. Die Terrormilizen des Islamischen Staats würden das Land erobern und die Scharia einführen. Für Andersgläubige gäbe es dann keinen Platz mehr. Genau das prophezeite der mittlerweile inhaftierte Kölner Islamist Kais Ben Othmane bereits vor einem Jahr.

"Focus Online" zitiert ihn folgendermaßen: „Dann werden die Waffen gezogen, entweder ihr nehmt den Islam an, oder ihr werdet geschlachtet.“ Schon jetzt, so ist sich der Kölner Extremist sicher, "hätten die Deutschen Angst". Käme es zu einer Invasion der selbsternannten Glaubenskrieger, werde man „mit der Peitsche durch Köln laufen. Die fetten Schweinebäuche werden aufgehängt an den Laternen.“

Doch solche Worte sind weitaus mehr als die wirren Träumen eines Islamisten vom allumfassenden, weltweiten Gottesstaat. Ein Ziel hätten die Terroristen bereits erreicht. In Deutschland geht die Angst um, drüber, dass sich ein barbarischer Angriff wie in Paris jederzeit auch bei uns ereignen könne. Die Sorge ist keinesfalls unberechtigt. Die Behörden reagieren nervös und offenbaren Schwächen bei der Terrorabwehr.

Hier sind 5 Gründe, warum die Gefährdung auch in Deutschland aktuell äußerst ernst ist:

1. Unser Rechtsstaat schützt die Bedroher

Nach den Ereignissen vom 13. November in Paris forderten viele Menschen ein konsequente und hartes Durchgreifen gegen religiöse Radikale. Doch der deutsche Rechtsstaat und unser Freiheitsideal würden diejenigen schützen, die Deutschland bedrohen. „Der Rechtsstaat ist manchmal schwer zu ertragen.“, erklärte Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, gegenüber "Focus Online".

2. Die vielen Großveranstaltungen bereiten Sorge

Weihnachtsmärkte, Silvesterparty, Karneval, Fußballspiele: Potenzielle Anschlagsziele gibt es zu Genüge. Die Polizeipräsenz wurde dementsprechend überall verstärkt, in Sicherheitskreisen werden Stimmen lauter, etwa die Rosenmontagsumzüge in dieser Saison komplett zu streichen.

3. Der Terrorismus hat eine neue Stufe erreicht

Bislang scheiterten in Deutschland alle Anschlagspläne: Entweder am Unvermögen der Terroristen oder an den Ermittlungserfolgen. Im Gespräch mit "Focus Online" warnte Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, vor einer neueren, noch gefährlicheren Dimension der Gewalt: „Zum ersten Mal haben wir es mit Selbstmordattentätern zu tun, die wissen, dass sie bei Erfüllung ihres Plans ihr Leben opfern werden. Diese Kategorie hatten wir bislang noch nie.“

4. Salafisten machen mobil

Die Salafistenszene macht mobil und hat damit Erfolg. Aushängeschilder wie die beiden Hassprediger Sven Lau oder Pierre Vogel nutzen die sozialen Medien geschickt, um junge Muslime in ihren Bann zu ziehen. 7000 bis 8000 Salafisten soll es mittlerweile hierzulande geben. Etwa 750 von ihnen hätten sich dem Islamischen Staat angeschlossen, ein Drittel von ihnen sei mittlerweile wieder zurück in der Heimat.

5. Europas Islamisten-Hauptstadt ist nicht weit weg

Immer häufiger gibt es nach Terror-Anschlägen in Europa Verbindungen nach Belgien. Genauer gesagt in die Metropolregion Brüssel. Radikale Islamisten aus Brüssel und dem Stadtteil Molenbeek-Saint-Jean sind an deren Planung und Ausführung beteiligt, das kann selbst Premierminister Charles Michel nicht mehr leugnen. „Fast jedes Mal gibt es eine Verbindung nach Molenbeek. Das ist ein Problem". Probleme bereiten auch die belgischen Sicherheitskräfte, die bisher kaum in der Lage waren, dem islamistischen Treiben im Land Einhalt zu bieten.

Auch auf HuffPost:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite