POLITIK
30/11/2015 18:34 CET | Aktualisiert 01/12/2015 03:16 CET

Putin: Türkei schoss russischen Jet ab, um Ölhandel der IS-Terroristen zu sichern

dpa
Putin: Türkei schoss russischen Jet ab, um Ölhandel der IS-Terroristen zu sichern

Es ist ein doppelt schwerwiegender Vorwurf, den Russlands Präsident jetzt erhebt. Wladimir Putin sagte laut einem Bericht der französischen Nachrichtenagentur AFP, die Türkei habe am Dienstag vergangener Woche den russischen Kampfjet abgeschossen, um den Ölhandel des Islamischen Staates (IS) zu sichern.

Wörtlich sagte Putin: "Wir haben jeden Grund zu glauben, dass die Entscheidung zum Abschuss unseres Flugzeug von dem Willen bestimmt war, die Öl-Lieferrouten zum türkischen Territorium zu sichern.“

Putin unterstellt damit erstens, dass die Türkei den russischen Jet absichtlich abgeschossen habe. Die Türkei hatte wiederholt verlauten lassen, man habe erstens nicht gewusst, zu welchem Land der Jet gehörte und zweitens die Piloten wegen der Luftraumverletzung mehrmals erfolglos gewarnt.

Zweitens ist er der Ansicht, dass die Türkei die international geächteten IS-Terroristen stützt. Als ganz abwegig gilt dieser Vorwurf nicht. So soll die Türkei den Ölhandel der Terroristen mindestens tolerieren, während etwa Russland und Frankreich versuchen, den Terroristen diese Geldquelle durch Bombardements zu zerstören. Am Rande der Weltklimakonferenz drohte Putin der Türkei wieder. Den Abschuss des Flugzeugs nannte er "einen Riesenfehler".

Mit den Vorwürfen hat Putin die Situation noch weiter verschärft. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass Putin ein von Erdogan erbetenes klärendes Gespräch abgelehnt hat. Erdogan sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu in Paris, er habe noch am Tag des Abschusses um ein Gespräch gebeten. „Wir warten immer noch auf Antwort.“

Putin hatte am Wochenende auch Sanktionen gegen die Türkei erlassen. Alle Charterflüge in die Türkei würden eingestellt. Agenturen dürfen keine Reisen mehr in das Land anbieten. Zudem benötigen Türken ab 2016 wieder ein Visum für Reisen nach Russland. Die Einfuhr von Gemüse und Obst soll erst in mehreren Wochen verboten werden. Russland kauft der Agentur Interfax zufolge etwa 20 Prozent seines Gemüse- und 25 Prozent seines Bedarfs an Zitrusfrüchten in der Türkei ein.

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