POLITIK
30/11/2015 09:00 CET | Aktualisiert 18/01/2016 08:52 CET

Ein Cartoon kritisiert die Saudi-Arabien-Politik des Westens

Sie schlagen Frauen mit Schwertern den Kopf ab, peitschen ihre größten Kritiker aus und berufen sich bei ihren Taten auf die Gebote des Islam. Wer jetzt an die brutale Justiz der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) denkt, liegt nicht ganz falsch - vergisst jedoch, dass auch ein enger Verbündeter Deutschlands mit solchen mittelalterlichen Methoden operiert: Saudi-Arabien.

"Der IS hat eine Mutter: die Invasion des Irak - aber er hat auch einen Vater: Saudi-Arabien samt seines religiös-industriellen Komplexes", kommentierte kürzlich der algerische Autor Kamel Daoud in der "New York Times".

In der Tat unterscheidet sich Saudi-Arabien religiöse Staatsideologie nur bedingt von der IS-Glaubenspraxis. In diesem Jahr seien in dem Königreich mindestens 151 Menschen hingerichtet worden, hatte zuletzt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International mitgeteilt. Das Online-Portal "Middle East Eye" hatte zuletzt eine Grafik veröffentlicht, die den Strafenkatalog der IS-Milizen auf die selbe Stufe mit dem Saudi-Arabiens stellte.

Trotzdem gilt Saudi-Arabien weiterhin als wichtiger Verbündeter des Westens. Die Beziehungen zu dem Land seien "traditionell eng und im Allgemeinen spannungsfrei", heißt es etwa auf der Webseite des Auswärtigen Amts.

Der britische Cartoonist Peter Brookes ("The Times") hat jetzt den umstrittenen Umgang des Westens mit Saudi-Arabien aufgegriffen. In seiner jüngsten Zeichnung zeigt er zwei Enthauptungs-Szenen - die eine mit einem IS-Kämpfer, die andere mit einem Saudi. Die IS-Tat betitelt er mit "Barbarischer Todeskult", den Saudi bezeichnet er als "Freund und Verbündeten".

Auch im politischen Berlin stehen die Beziehungen zu Riad mittlerweile in der Kritik. Grünen-Chef Cem Özdemir hatte dem Westen beim Bundesparteitag seiner Partei vergangene Woche Versagen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus vorgeworfen. Saudi- Arabien und die Golfstaaten seien seine Handelspartner, man kaufe von ihnen Öl und liefere ihnen Waffen.

Solange "diese Heuchelei und Doppelzüngigkeit" nicht aufhörten, werde es niemals Erfolge geben, sagte Özdemir . "Der saudische Wahabismus ist nicht Teil des Problems, er ist die Quelle des Problems." Der Wahabismus gilt als besonders orthodoxe Form des Islams.

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