POLITIK
29/11/2015 11:46 CET | Aktualisiert 29/11/2015 13:39 CET

Nach dieser dummen Aktion verliert Trump jetzt seine Unterstützer

dpa

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Bisher schien es egal, welche Scheußlichkeiten Donald Trump von sich gegeben hat. Ob rassistische Hetze zu Mexikanern oder offene Frauenfeindlichkeit – keine seiner Kontroversen hat sich bisher negativ auf die Umfragewerte des Präsidentschaftskandidaten ausgewirkt. Im Gegenteil: "The Donald" war trotz allem – oder, wie man befürchten könnte, gerade deshalb - unangefochtener Spitzenkandidat der Republikaner.

Könnte es Trump jetzt endgültig zu weit getrieben haben? In einer aktuellen Umfrage der Nachrichtenagentur "Reuters" ist die Unterstützung für den Milliardär in den vergangenen fünf Tagen drastisch eingebrochen. War er vor gut einer Woche noch der Spitzenkandidat für 43 Prozent der Republikaner, so liegt er jetzt nur noch bei 31 Prozent vorn - ein Rückgang von 12 Prozentpunkten. So viel hatte Trump noch nie verloren, seit er im Juli Topkandidat wurde.

Die Zahlen sind ein Anzeichen dafür, dass viele Republikaner seine ultrakonservativen Sprüche nicht mehr tolerieren können. Dann wäre Trump nur noch ein verlorener Wüterich in der US-Politiklandschaft, belächelt von seinen Konkurrenten, die er umfragemäßig derzeit noch übertrumpft, und nach der Präsidentschaftswahl 2016 vergessen. Das wäre das politische Ende von Trump. Wirtschaftlich hat der Milliardär nicht allzu viel zu befürchten.

US-Medien vermuten einen Zusammenhang mit zwei spezifischen Vorfällen der letzten Tage. Nach den Terroranschlägen von Paris sagte Trump einem Reporter, dass er eine spezielle nationale Datenbank unterstützen würde, die Muslime in den USA erfasst und überwacht. Auch in offiziellen Kampagnen-Reden zeigte der Politiker seine Abneigung gegen Muslime ganz offen: Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hätten Muslime auf der ganzen Welt gefeiert, behauptete Trump in einer Wahlkampfrede in Sarasota, Florida.

Neben seinen anti-muslimischen Aussagen leistete sich Trump noch einen weiteren "Ausrutscher". In einer Rede machte sich Trump über einen behinderten Journalisten der renommierten New York Times lustig. Vor laufenden Kameras imitierte er den Journalisten, der an einer angeborenen Gelenksteife leidet. Später rechtfertigte sich Trump auf Twitter für den Vorfall: Er habe nicht gewusst, dass der Mann eine Behinderung habe.

Für beide Vorfälle hagelte es Kritik von allen Seiten. Das ist nichts neues für Trump. Heftig fallende Umfragewerte schon. Fraglich ist nur, ob es allein die spinnerten Äußerungen Trumps waren, die seine Popularitöät dämpfen - oder, ob viele nun glauben, dass Trump zwar Dampf machen kann, aber keine Kompetenz hat, ein Land zu führen. Denn wer Trumps Aussagen bisher unterstützen konnte, sollte eigentlich keinerlei Probleme mit seinen neuesten Ausfällen haben.

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