POLITIK
28/11/2015 05:29 CET

"Die schärfsten sind am Ende die Sieger": AfD droht auf dem Parteitag in Hannover ein neuer Rechtsrutsch

Der AfD droht ein neuer Rechtsdruck
dpa
Der AfD droht ein neuer Rechtsdruck

Es ist nicht so lange her, da war die AfD so gut wie abgeschrieben. Auf dem Parteitag in Essen zerfleischten sich die Rechtskonservativen auf offener Bühne – am Ende spalteten sie sich auf, Tausende Mitglieder gingen und die Partei verschwand in einer Art Sommerloch.

Dann kam die Flüchtlingskrise – und die Partei erlebte unter der neuen Parteichefin Frauke Petry ihre Auferstehung. Sie war radikaler und schärfer als zuvor. „Die AfD ist nicht zu retten. Die rechten Demagogen um Petry, Pretzell und Gauland haben alles im Griff“, warnte etwa der ehemalige Parteichef Bernd Lucke vor kurzem der "Huffington Post".

In Umfragen steht die Partei bei etwa zehn Prozent, der Mitgliederverlust ist aufgeholt und programmatisch hat sich die Partei auf die Flüchtlingskrise zugeschnitten, die gerade alle bewegt. Auf dem Parteitag, der an diesem Wochenende in Hannover stattfindet, wollen sich die Delegierten dafür feiern.

Dabei gibt es erhebliche Unruhen in der Partei. Der Fraktionschef der AfD-Thüringen, Björn Höcke, könnte mit seinem völkischen, fast rechtsradikalen Kurs die Partei in eine neue Spaltung führen. Warum Höcke so gefährlich ist, könnt ihr hier nachlesen.

Der frühere AfD-Bundessprecher Konrad Adam warnt die Partei etwa vor einem weiteren Rechtsruck mit der Folge einer erneuten Spaltung. Gegenüber „Bild“ sagte Adam, die Füchtlingskrise treibe der AfD den Wind in die Segel, „ohne dass sie viel dafür tun muss. In dieser Situation sollte die AfD aufpassen, dass sie nicht vom Kurs abkommt und weiter nach rechts rückt.“

Der Politikwissenschaftler Hajo Funke sagte über das Machtstreben von Höcke der „Bild“: „Höcke ist ein Vertreter der extremen neuen Rechten. Wenn sein Einfluss in der AfD weiter zunimmt, dann wird sich auch die AfD weiter radikalisieren. In populistischen Parteien sind die Schärfsten am Ende immer die Sieger.“

Das Flüchtlingsthema wird die Partei auch in Hannover beschäftigten – dort liegen Resolutionen zu einer Herbstoffensive vor. Darin fordert die Partei einen Aufnahmestopp für Flüchtlinge, ein 48-stündiges Schnellverfahren bei Abschiebungen sein, berichtete der "MDR“.

Die Frage ist, ob das nicht schon zu sehr nach einer Unions-Forderung klingt, um die an scharfe Tönen gewöhnte Parteibasis noch zu beeindrucken.

Auch auf HuffPost:

News: Hier zeigt AfD-Politiker Höcke, wie radikal er wirklich ist

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite