LIFESTYLE
27/11/2015 11:45 CET | Aktualisiert 27/11/2016 06:12 CET

Ein Whiskey-Experte verrät was ihr schon immer über das edle Getränk wissen wolltet

Tetra Images via Getty Images
Whiskey ist ein Getränk für Liebhaber.

Nicht nur viele Künstler wie Münster-"Tatort"-Star Axel Prahl (55) sind absolute Whiskey-Fans, das Getränk fasziniert fast jeden, der damit in Berührung kommt. Wer noch nicht so drin ist, für den ist jetzt das ultimative Whiskey-Nachschlagewerk erschienen: "Schumann's Whisk(e)y Lexikon"(ZS Verlag, 650 Seiten, 39,99 Euro). In der erheblich überarbeiteten Neuauflage des Klassikers von 1996 erfährt der Leser, was er schon immer über das Kult-Getränk wissen wollte.

Autor Stefan Gabányi, früherer Whiskey-Experte beim Münchner Promi-Gastronom Charles Schumann, hat bei der Buchpräsentation am Donnerstagabend in seiner 2012 eröffneten Bar Gabányi in München einen kleinen Vorgeschmack darauf gegeben, wie spannend das Thema ist:

"Schumann's Whisk(e)y Lexikon" von Stefan Gabányi können Sie hier bestellen

Die Verkostung

Whiskey ist zwar auch in der Theorie interessant, doch irgendwann landet man wohl unweigerlich bei der Verkostung. Die beginnt wie beim Wein-Pendant mit dem Riechen. Wegen des höheren Alkohol-Gehaltes rät der Experte allerdings: "Man sollte den Mund dabei ein bisschen offen lassen, damit die Luft zirkulieren kann und man nicht die ganze Wucht in die Nase bekommt."

Ein anderer Unterschied zur Wein-Verkostung ist das Ausspucken. "Beim Whiskey macht man das nicht", sagt Gabányi. Der Grund ist einfach: "Bei Spirituosen ist der Abgang wahnsinnig wichtig. Man hat in der Nase nicht die gleichen Aromen wie am Gaumen." Ein Qualitätsmerkmal sei auch, wie lange der Whiskey nach dem Herunterschlucken noch "stehen bleibe". "Wenn man ihn komplett beurteilen will, muss er runter."

Von Machos und Damen

Dass Whiskey so eine große Anziehungskraft auf Männer ausübt, liegt auch am Macho-Image des Getränks. "Früher war es eine reine Männersache", so der Autor. Beim Marketing wird der maskuline Aspekt auch heute noch immer stark betont. Doch längst seien auch Frauen auf den Geschmack gekommen, sagt Gabányi. "Und die trinken nicht, wie es das Klischee will, nur die milden, weichen Sorten. Auch haben sie mitunter sogar sehr viel mehr Spaß an diesem komplexen Getränk, weil sie einfach oft die bessere Nase haben."

Teer, Jod und nasse Pferdedecken

"Karamel, Schokolade, Honig" sind Begriffe, die bei der Beschreibung fallen. Doch das klingt bei weitem nicht immer so köstlich, denn oft schmeckt das Getränk auch nach "Teer, Torf oder Jod". Es gibt aber auch noch ausgefallenere Vergleiche wie: "Der riecht nach nasser Pferdedecke". "In dem Fall ist das ein Kompliment", sagt der Buchautor, denn viele Aromen sind beim Whiskey erwünscht und ein Qualitätskriterium. In schottischen Whiskey-Clubs gebe es sogar so "eine Art Sport, die ungewöhnlichsten Vergleiche zu finden", wie er weiter erzählt.

Whiskey ein Wintergetränk?

Schmeckt Whiskey an einem tristen, rauen Novembertag besser als im Hochsommer? Viele würden ja sagen und auch Gabányi sagt nicht nein. Doch "es gibt für beides den richtigen Whiskey". Viele der kräftigen schottischen Varianten seien schon für ein raueres Wetter gemacht. Im Sommer schmecke ein leichterer Whiskey mit Eiswürfeln besser. "Grundsätzlich gibt es für jede Tageszeit, jede Stimmung und jedes Wetter den richtigen Whiskey."

Ein beeindruckendes Geschenk

Alles in allem ist das liebevoll gestaltete Buch mit seinem whiskeyfarbenen Cover das perfekte Geschenk für jeden Whiskey-Fan. Wegen der vielen humorvoll und unterhaltsam präsentierten Kultur- und unternehmensgeschichtlichen Exkurse dürften sich aber auch Einsteiger und solche, die vielleicht noch gar nicht wissen, dass sie es mal werden wollen, dafür begeistern können.

Ein Whiskey-Sortiment (4 bis 6 Flaschen) für die Hausbar braucht es dagegen nicht unbedingt, sagt Gabànyi. Es sei denn, "man hat viele durstige Freunde", denn einmal geöffnet, "raucht er schnell aus". In diesem Sinn: "Zum Wohle!"