POLITIK
27/11/2015 08:55 CET | Aktualisiert 27/11/2015 08:56 CET

Abschied von den Terroropfern von Paris: Hollande verspricht, den IS zu zerstören

dpa
Emotionale Rede: Hollande verspricht, den IS zu zerstören

Frankreich hat Abschied genommen von den 130 Opfern der Terroranschläge in Paris vor genau zwei Wochen. Bei der Zeremonie am Pariser Invalidendom Namen und Alter der Getöteten verlesen.

"130 Namen, 130 zerstörte Schicksale"

"130 Namen, 130, die aus dem Leben gerissen wurden, 130 zerstörte Schicksale, 130 Lachen, die wir nicht mehr hören werden, 130 Stimmen, die für immer verklungen sind", sagte ein sichtlich gerührter Präsident François Hollande anschließend in einer kurzen, aber packenden Rede.

"Ich verspreche, das Frankreich alles tun wird, um diese Armee von Fanatikern, die für diese Verbrechen verantwortlich sind, zu zerstören", sagte Hollande. „Der Feind ist ein Fanatismus, der die Menschen einer unmenschlichen Ordnung unterwerfen will."

Frankreich erwägt Zusammenarbeit mit Assads Truppen

Nach den Terroranschlägen versucht Hollande, eine größtmögliche Koalition gegen den Islamischen Staat (IS )zu schmieden, der für die Anschläge von Paris verantwortlich gemacht wird. Hollande hatte deswegen schon mit US-Präsident Barack Obama gesprochen, mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin.

Außenminister Laurent Fabius hatte kurz vor der Trauerfeier überraschend die Möglichkeit angedeutet, auch die Streitkräfte von Syriens Machthaber Baschar al-Assad an einem Bündnis gegen den IS zu beteiligen. Dies war bislang kategorisch ausgeschlossen worden. Gegner des syrischen Regimes regierten empört.

"Wir ergeben uns weder Angst noch Hass"

Im eigenen Land geht Frankreich mit Härte gegen mutmaßliche Islamisten vor. Will aber seine Prinzipien von Hoffnung und Toleranz nicht aufgeben, wie Hollande während der auffallend stillen Trauerfeier sagte. "Wir ergeben uns weder der Angst noch dem Hass."

Über die anhaltende öffentliche Trauer an den Orten der Attacken, über die Gesten der Menschen, die Kerzen anzünden, Blumen niederlegen, eine Nachricht oder Zeichnung hinterlassen, sagte Hollande: Es gebe ein Wort dafür, "es heißt Brüderlichkeit".

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