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27/11/2015 17:18 CET | Aktualisiert 27/11/2015 17:23 CET

So gefährlich sind Batterien für eure Kinder

So gefährlich sind Batterien für eure Kinder
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So gefährlich sind Batterien für eure Kinder

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Knopfbatterien sehen aus wie Bonbons und geraten so recht leicht in die Münder von ahnungslosen Kindern. Da gehören sie aber nicht hin. Die Folgen können schrecklich sein.

Das "Bundesamt für Risikobewertung" (BfR) schreibt, dass vor allem die kleinen Knopfbatterien oft von Kindern verschluckt werden. "Es besteht die Gefahr des Steckenbleibens in der Speiseröhre. In diesem Fall ist eine sofortige Entfernung in der Kinderklinik erforderlich“, schreibt das Amt in einem Bericht.

Quecksilber und Stromfluss

Meistens bleiben die Knopfzellen aber intakt und finden schnell ihren Weg in den Magen. Sollten sie dort aufgehen, hätten die Kinder laut BfR keine Beschwerden. Wenn die Batterie aber einen Tag im Magen bleibt, könne es zu einer Schädigung der Magenschleimhaut kommen. Eine Vergiftung sei jedoch ausgeschlossen, da die Knopfzellen wenn, dann nur geringe Mengen Quecksilber enthalten würden.

Das Schweizer "Medicalforum" schreibt, dass vor mehreren Jahren größere Gefahr beim Verschlucken bestand, jetzt ist in den Batterien weniger Quecksilber enthalten. Bei den Knopfzellen sind aber "aufgrund der höheren Leistung vor allem der Stromfluss und die damit verbundene lokale Hydrolyse problematisch.“

"Von untergeordneter Bedeutung sind lokale Druckschäden und das Auslaufen von Batteriebestandteilen“, schreibt das "Medicalforum“ weiter. So lange die Batterie jedoch in Bewegung ist, gehe von ihr fast keine Gefahr aus: "Das Ausmaß der Schäden wächst mit der Liebedauer der Batterie im Gewebe.“

Eine Vierjährige musste qualvoll sterben

Und genau das passiert oft bei Kindern: Die Batterien bleiben etwa in der Speiseröhre stecken und verletzen sie schwer. Mehrere Minderjährige sind deshalb schon gestorben oder haben schlimme gesundheitliche Schäden davongetragen. Auch die vierjährige Summer Steer aus Australien hat eine Lithiumbatterie geschluckt und musste qualvoll sterben, obwohl sie in professioneller Behandlung war.

Im Juni 2013 verschluckte sie eine zwei Zentimeter große Batterie. Dann erbrach sie einen halben Liter Blut. Der Arzt im Krankenhaus schickte sie jedoch einfach wieder heim. Er habe edacht, sie habe angeblich nur Nasenbluten, berichtet "Sunshine Coast Daily“.

Nachdem sie außerhalb des Krankenhauses wieder Blut spuckte, wurde sie über Nacht aufgenommen. Am Nächsten Morgen entließ sie derselbe Arzt sie nochmals, weil er meinte, sie spucke jetzt weniger Blut. Ihre Mutter Andrea dachte dort schon, ihre Tochter müsse sterben.

Dann wurde die Vierjährige endlich geröntgt: Die Batterie steckte in ihrer Speiseröhre fest. Zwei Stunden danach starb sie an einem Herzproblem.

So könnt ihr eure Kinder vor diesem Schicksal schützen

Summer ist nicht die Einzige. Die Kinderärztin Katie Parkins sagt laut "Daily Mail“: “Es gab schon zwei berichtete Todesfälle in der Umgebung Manchesters, die direkt mit verschluckten Batterien in Verbindung gebracht werden können. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern sich der schwerwiegenden Schäden bewusst sind, die sie verursachen können.“

Die gefährlichen Batterien sind mittlerweile in sehr vielen alltäglichen Gebrauchsgegenständen. Uhren, Fernbedienungen und Kinderspielzeug zum Beispiel. Wegen ihrer geringen Größe sind sie so beliebt.

Wenn ihr bemerkt, dass euer Kind mit den gefährlichen Batterien gespielt hat, untersucht seine Körperöffnungen, wie Mund, Nase und Ohren und entfernt, wenn möglich, den Gegenstand. Danach sollte das Kind genügend Flüssigkeit zu sich nehmen: Tee, Wasser oder Saft. Das BfR rät dazu, auf jeden Fall das Giftinformationszentrum oder den Kinderarzt anzurufen. Gut ist es, wenn ihr dann möglichst viel über das Produkt wisst.


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