POLITIK
26/11/2015 22:03 CET | Aktualisiert 27/11/2015 15:01 CET

Der Tod war "Made in Germany": Terror-Ermittler stießen auf eine schreckliche Verbindung nach Deutschland

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Nach den Attentaten vom 13. November in Paris

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Deutsche Ermittler kamen zu einer schrecklichen Erkenntnis. Die Waffen der Attentäter von Paris stammten offenbar aus Deutschland. Das berichtete die "Bild"-Zeitung.

Die Zeitung beruft sich dabei auf Unterlagen deutscher Ermittlungsbehörden. Ein Mann aus Magstadt in Baden-Württemberg soll am 7. November nach einer Internet-Bestellung vier Sturmgewehre vom Typ Kalaschnikow verkauft haben - zwei vom Typ AK 47 aus chinesischer Produktion und zwei vom Typ Zastava M70 aus jugoslawischer Produktion. Vier E-Mails auf seinem Smartphone sollen belegen, dass die Waffen an einen "Araber aus Paris" verkauft wurden.

Unumstritten ist die Darstellung allerdings nicht. Einem "Spiegel Online"-Bericht zufolge gibt es keinerlei Bestätigung für ein Ermittlungsverfahren. Die Bundesanwaltschaft, Deutschlands oberste Terrorverfolgungsbehörde, nahm das angebliche Delikt nicht zur Ermittlung an. Somit ist Vorsicht bei der Waffenthese geboten.

Französische Ermittler gehen davon aus, dass die Waffen bei den Terroranschlägen in Paris benutzt wurden. Der Waffenhändler sitzt dem "Bild"-Bericht zufolge in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim.

Der Mann nutzte dafür offenbar das Darknet, einen verschlüsselten Teil des Internet. Nach Angaben der "Bild" soll er eine eigene Handelsplattform mit dem Namen "DW Guns" betrieben haben. Im Internetforum "Deutschland im Deep Web", auf das nur über den Anonymisierungsdienst Tor zugegriffen werden kann, findet sich ein Anbieter, der sich als "DW Performance Guns" bezeichnet.

Der Büchsenmacher bietet den Umbau von Dekorations- und Schreckschusswaffen zu scharfen Waffen an.

"Unser kleines aber feines Unternehmen versorgt euch mit Schusswaffen in bester Qualität", schreibt er. Käufer geben Bewertungen ab wie bei Amazon oder Ebay, alle Kommunikation erfolgt verschlüsselt. Die Waffen werden per DHL oder UPS verschickt, wobei ein falscher Absender angeben wird. Die Bezahlung erfolgt über Bitcoins. Ganz offensichtlich illegal - es ist aber nicht klar, ob es sich bei diesem Händler um den Beschuldigten handelt.

Es könnte sein, dass die Mordwaffen umgebaute Dekorations- oder Sportwaffen waren. Funktionsunfähige Dekorationswaffen können zum Beispiel legal bei Händlern im Ausland bestellt werden. Schon bei den Anschlägen auf die "Charlie Hebdo"-Redaktion wurden umgebaute Sportwaffen verwendet.

Deep Web und Onlinehandel begünstigen die Verbreitung dieser "reaktivierten Waffen". Seit vergangenem Jahr, erklärte das Bundeskriminalamt (BKA) "Spiegel Online", habe man festgestellt, "dass sowohl in Europa als auch in Deutschland der illegale Umbau von im Ausland hergestellten Dekorations- und Salutwaffen zunimmt".

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