POLITIK
26/11/2015 22:57 CET | Aktualisiert 27/11/2015 02:29 CET

Terror-Alarm - wollten Islamisten einen Anschlag in Dortmund ausführen?

DPA
Polizisten durchsuchten diesen verdächtigen Transporter im Stadtteil Britz

Schon wieder Terror-Alarm in Deutschland. Ein Spezialeinsatzkommando hat am Donnerstagnachmittag die Seituna-Moschee in Berlin-Charlottenburg nach Sprengstoff und Waffen durchsucht. Zeitgleich haben weitere Polizeikräfte in Britz zwei Männer aus der Islamistenszene festgenommen.

Die Ermittler hatten Hinweise auf einen drohenden Terroranschlag in Dortmund. Das berichtet der "Tagesspiegel". Die Informationen wurden der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstagabend bestätigt. Bei den Männern handelt sich um einen Syrer und einen Tunesier, die dem Einflussbereich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zugeordnet werden.

seituna moschee

Eine Überwachungsaktion der Polizei brachte die Behörden einen Verdacht: Teile eines Sprengsatzes und womöglich Waffenteile hätten von München zur Moschee des islamischen Kulturvereins in Berlin-Charlottenburg transportiert werden sollen. Von dort sollten möglicherweise Waffen und Sprengstoff für einen Anschlag nach Dortmund gebracht werden.

Am Nachmittag durchsuchten Polizisten die Moschee. Trotz des Einsatzes von Sprengstoffhunden wurde nichts Verdächtiges gefunden. Mit der Durchsuchung der Moschee sollte laut Polizei ein "Gefährdungssachverhalt" geprüft werden.

Am Abend gab es einen weiteren Einsatz. Im Ortsteil Britz, wo die mutmaßlichen Islamisten festgenommen worden waren, wurde ein Transporter mit Berliner Kennzeichen durchsucht. Weil die Ermittler zunächst Sprengstoff in einer verdächtigen Tasche in dem Wagen vermuteten, hatten rund 120 Bewohner aus Häusern in der Umgebung ihre Wohnungen eine Zeit lang verlassen müssen. Auch Bomben-Entschärfer waren vor Ort.

Es wurden weder Waffen noch Sprengstoff gefunden. Trotzdem wird gegen die Männer im Alter von 28 und 46 Jahren laut Polizei wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren, staatsgefährdenden Straftat ermittelt.

Für Berlin bestehe aber keine Gefahr. Es gebe keine Anhaltspunkte für Anschläge in der Hauptstadt, sagte Polizeipräsident Klaus Kandt. Ob Hinweise auf Anschlagspläne in anderen Bundesländern gefunden wurden, wollte der Polizeipräsident nicht sagen. "Die Sicherheitslage in anderen Bundesländern möchte ich nicht kommentieren." Unklar blieb bislang, ob die Verdächtigen in Berlin gelebt haben oder aus dem Ausland kamen. Die Männer seien nicht in Berlin geboren, hieß es bei der Polizei.

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